Newsbild

Kaum hat man die weihnachtlichen Feiertage, den trubeligen Jahreswechsel und die winterlich-gemütlichen Abende hinter sich gelassen, befindet man sich mitten im Frühling. Die Tage werden länger und Spaziergänge durch die schlafende und frostige Natur weichen gemeinsamem Runden, zu denen auch noch zu späterer Stunde aufgebrochen werden kann, weil uns die Dunkelheit nicht mehr so schnell einholt. Im Frühling ist alles ein wenig leichter und unberschwerter - auch das Reisegepäck, denn wollige Pullover, gefütterte Jacken und derbes Schuhwerk können getrost im Schrank auf ihren nächsten Einsatz - in höchstens sieben Monaten - warten! 

 

Für Alma und mich ist deshalb das Ende der kalten Jahreszeit auch immer der Beginn unserer neuen Reisesaison! So ganz stimmt es natürlich nicht, denn auch in den kälteren Monaten sind wir unterwegs, allerdings macht es einfach im Frühling mehr Spaß, die alte Heimat zu besuchen oder neue Ziele für sich zu entdecken!

Standesgemäß fahren wir dahin natürlich mit dem Zug, denn ein Auto ist zwar in vielen Dingen um einiges praktischer, jedoch für uns noch lange nicht in Sichtweite.

Im letzten Jahr haben wir ca. 4000 Kilometer auf den Gleisen zurückgelegt und damit fast 50 Stunden in diversen Zugabteilen verbracht. Eine Menge Zeit, die ich meist damit verbrachte, in Zeitschriften und Magazinen zu stöbern, während Frau Alma fast immer geschlafen hat.

Zugfahren kann entspannend sein: Man sieht die vorbeiziehenden Landschaften, freut sich auf das nahende Ziel und ist einmal gezwungen, beinahe nichts machen zu können (ohne Netzempfang und Internetverbindung ist das Arbeiten im Zug oft nur eingeschränkt möglich).

Zugfahren mit Hund kann aber auch nervenaufreibend und anstrengend sein: enge Gänge, bei denen man entweder den Hund nach vorne schicken und das Gepäck nachziehen muss oder in denen man aufgrund von Überbreite (dank Gepäck) droht, stecken zu bleiben, wenig Platz für Gepäck UND Hund, strenge Bahnmitarbeiter, die darauf bestehen, dass der Hund unter dem Sitz liegt - sei er noch so groß - und einen Maulkorb trägt, ausgefallene oder nicht vorhandene Klimaanlagen, rücksichtlose Mitreisende, Verspätungen, die man damit verbringt auf dem ungastlichen Bahnsteig zu warten... Die Liste ließe sich wahrscheinlich endlos fortsetzen.

Mit Alma habe ich eine unglaublich souveräne Reisebegleitung. Sie kann wunderbar entspannen und schläft selbst im laut rumpelnden Durchgang zweier Zugwaggons. Sie ist absolut leise und anderen Fahrgästen gegenüber nicht aufdringlich.

 

 

Rückblickend habe ich festgestellt, dass ich jedoch Alma nie an das Zugfahren oder die Straßenbahn gewöhnt oder herangeführt habe. Da es für uns, in Ermangelung eines Autos, das einzige zur Verfügung stehende Fortbewegungsmittel ist, führte einfach kein anderer Weg daran vorbei als mittendurch. Trotzdem habe ich euch 5 Tipps zusammengestellt, die helfen sollen, die Reise QUER DURCHS LAND für euch und eure Plüschträger so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten:

 

1. Immer für eine FREIE Hand behalten

 

Ein Reisrucksack oder eine längere Leine, die ihr euch bequem um die Schulter hängen könnt, helfen euch, immer mindestens eine Hand frei zu behalten. Oft bin ich mit zwei Taschen gereist und hatte Mühe und Not in meiner Hand auch noch die Leine zu halten. Zudem sind die Gänge oft wunderbar eng. Mit einem Rucksack könnt ihr nicht anecken und die freien Hände helfen euch, Abteiltüren zu öffnen und eurem Pelzträger den richtigen Weg zu weisen.

 

2. Plätzchen DECK dich

 

Alma ist es besonders wichtig einen persönlichen Platz zu haben. Damit ist nicht in erster Linie nur der Platz gemeint, der frei ist und auf dem sie die Möglichkeit hat, zu liegen, sondern vielmehr ein Platz, von dem sie weiß, dass es ihrer ist. Eine Decke hilft ihr dabei, diesen Platz zu finden. Richten wir uns im Abteil ein, weiß sie ganz genau, dass zuerst ihre Decke ausgebreitet wird.

 

3. Wo geht’s hier zum SPEISEwagen?

 

Ich bin kein Freund von Leckerlis in Zügen. Ich habe immer Angst, dass sie durstig machen und das dies wiederum zu einer drückenden Blase führt. Gerade auf längeren Zugfahrten ist das häufig ein Problem, insbesondere, wenn man eine inkontinente Begleitung hat. Was ich jedoch immer im Gepäck habe, sind Wasserflasche und Reisenapf. Restwasser kann bequem während eines Zwischenhaltes aus der Tür gekippt werden.

 

4. NIEDLICHKEIT siegt

 

Ich musste die Erfahrung machen, dass Menschen und besonders Schaffner skeptischer sind, je größer ein Hund ist und desto dunkler seine Fellfarbe ist. Auch gestromte Hunde haben es nicht immer leicht. Um den Niedlichkeitsfaktor zu erhöhen und damit an Niedlichkeitsbonus zu gewinnen, empfehlen sich daher Geschirre und Halsbänder in freundlichen Farben. Wer nur Geschirre oder Halsungen in gedeckten Farben im Sortiment hat, für den bietet sich ein Halstuch an. Es passt in jede Tasche und ist in vielen Ausführungen erhältlich. Die meisten Vierbeiner haben nichts dagegen einzuwenden und Schaffner sowie Mitreisende sind geradezu bezuckert.

 

5. SCHUTZ bieten

 

Versucht eure treuen Begleiter vor fremden und unkoordinierten Füßen und Beinen sowie vor ungewollten Streichelattacken so gut wie möglich zu schützen. Oft hilft es schon, wenn ihr die Decke so hinlegt, dass ihr zwischen eurem Hund und dem Gang sitzt. Scheut nicht davor zurück, aufdringlichen Reisenden klare Grenzen aufzuzeigen, schließlich müsst ihr auf so einer Reise nicht mit jedem Freundschaft schließen.

 

Und noch eins....

 

Bisher konnte Alma immer AUF einem Sitz Platz nehmen. Ich habe die Polster natürlich komplett mit Decken und einer wasserundurchlässigen Unterlage abgedeckt. So konnte die gute Frau aus dem Fenster gucken und war vor versehentlichen Tritten sicher. In der letzten Zeit scheinen die Bestimmungen strenger geworden zu sein und die Einnahme eines Sitzplatzes wird wesentlich seltener toleriert.

 

Welche Erfahrungen konntet ihr bis jetzt auf euren Reisen mit Hund sammeln? Berichtet uns doch von euren spannenden, lustigen oder nervenaufreibenden Geschichten, die ihr im Zug, auf der Autobahn, im Flugzeug oder am Bord eines Schiffes zusammen mit euren Wautzis erlebt habt!

 

Ich hoffe ihr kommt gut und entspannt QUER DURCHS LAND!

 

 

Eure Anja und Frau Alma

Kommentare

Neuer Kommentar