29.12.2017
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Letztes Jahr um diese Zeit war alles noch so ungewiss. Vor mir lag damals noch eine Abschlussprüfung und ich wusste noch gar nicht, wohin es für mich und Alma danach gehen würde. In meinem Kopf spielte ich allerhand Varianten durch, da ich fest davon ausging, nach dem Studium nicht sofort eine Referendariatsstelle zu bekommen. Es zeigte sich aber, dass manchmal eben doch all die Sorgen unberechtigt sind und eigentlich wäre das unser perfektes Motto für das Jahr 2017.

 

Aufbruch in die alte Heimat

Vor zehn Monaten konnte ich mein Studium erfolgreich abschließen und erhielt die Zusage für ein Referendariat in meiner Heimatstadt, noch bevor mir mein Zeugnis übereicht wurde. Für Alma und mich hieß es sodann Umzugskartons zu packen. So sehr ich meine Wohnung auch liebte, so sehr freute ich mich auch wieder dorthin zurückzukehren, wo ich mich einfach zuhause fühlte. Ich habe die Saale gemocht, aber es zieht mich nun einmal an die Elbe, an die endlos weiten Elbwiesen und die vertraute Elbaue. Die Wohnungssuche gestaltete sich einerseits als ziemlich schwierig, weil es nicht viele Wohnungen gab, die für uns in Frage kamen, andererseits hatten wir auch da wieder unwahrscheinliches Glück und erhielten den Zuschlag für eine bezahlbare Drei-Zimmer-Wohnung in direkter Lage zur Elbe und mit Fahrstuhl für eine gesundheitlich etwas eingeschränkte Alma. Der Umzug in meine Heimatstadt bedeutete für Alma und mich auch das Ende einer über fünfjährigen Mädels-WG, da ich nun mit meinem Freund zusammengezogen bin. Im Grunde genommen hat sich jedoch gar nicht so viel verändert, außer, dass ich die allerletzte Abendrunde um den Block abgeben konnte und immer jemand für Alma da ist, wenn ich auf Grund einer Konferenz noch mal am späteren Nachmittag in die Schule muss. Im April trat ich meine Stelle als Referendarin an und fahre seitdem fast jeden Tag mit einem erfüllten Gefühl von der Schule nach Hause, das mir sagt, den richtigen Beruf für mich gewählt zu haben.

 

Ein Schritt vor und zwei Schritte zurück und am Ende doch im Ziel

Meine Euphorie zu Beginn des Jahres wurde jedoch erst einmal durch Almas Krankengeschichte getrübt. Zahlreiche Diagnosen ließen unsere Welt aus den Fugen und uns ins Wanken geraten. Da wären zum einem Almas epileptische Anfälle, die im Februar in der Münchener Uniklinik untersucht wurden. Die Zeit zwischen Almas Abgabe in der Klinik, dem MRT und unserem Wiedersehen war fast unerträglich und sechs Stunden können so lang sein.

Aber auch da hatten wir Glück im Unglück. Almas Anfälle sind nicht auf einen Tumor oder eine Entzündung zurückzuführen und mit den entsprechenden Tabletten gut in den Griff zu bekommen. Vier Wochen später folgte dann eine weitere Diagnose – hochgradige Herzinsuffizienz, die man jedoch auch bei der Auskultation des Herzens nicht hören kann. Als wäre das nicht genug, suchte uns die nächste schlechte Nachricht bereits vier Wochen später heim: Alma hatte eine Kehlkopflähmung, womit auch endlich ihr Husten und häufiges Würgen zu erklären war. Anfangs hatte ich das Gefühl, mein Hund würde wie ein Auto auseinanderfallen und sich in seine Einzelteile auflösen. Fast neun Monate später bin ich dagegen viel optimistischer! Wir haben alle Erkrankungen sehr gut in den Griff bekommen. Alma fühlt sich so wohl wie schon lange nicht mehr und ist seit unserem Umzug so aufgeblüht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Sie nutzt jede Möglichkeit, über weite Blumenwiesen zu rennen, am Rand des kleinen Bächleins im Schilf zu schnüffeln und am Ufer der Elbe ihrem geschäftigen Treiben nachzugehen. Ich erinnere mich dann sehr gerne an unsere Anfangszeit, wo wir auf genau diesen Wegen unsere ersten Konflikte, kleinen Erfolge und tränenreiche Rückschläge erlebt haben. Und dann schließt sich der Kreis und alles hat irgendwie einen Sinn.

 

Es ist an der Zeit Danke zu sagen

Eines steht fest, ohne meine Familie hätten wir das Jahr nicht stemmen können! Sie hat uns unter die Arme gegriffen und mir und Alma so viel ermöglicht und dafür möchte ich meinen Eltern von ganzem Herzen danken! Sie haben während meines Studiums immer meinen größten Wunsch wahr werden lassen, nämlich mit Alma zusammen zu sein und dazu gehörte eben eine sehr intensive tierärztliche Betreuung.

Auch ohne unseren Tierarzt und Almas behandelnde Ärzte würde heute so vieles anders aussehen. Wie oft habe ich verzweifelt in unserer Haustierarztpraxis angerufen und um einen kurzfristigen Termin gebeten und jedes Mal wurde ich mit Alma warm empfangen und jedes Mal wurde meine Sorgen ernst genommen.

 

Von Omas, sturen Eseln und Frauchens Nachgiebigkeit

Das Jahr war auf seine Art und Weise schon verrückt und es gab zahlreiche Situationen, die mich oft zum Schmunzeln brachten: Alma hat es nach fast acht Jahren endlich geschafft, im Sommer schwimmen zu gehen. Jahrelang stand ich mit Würstchen bewaffnet im Wasser und habe das Unmögliche versucht und jetzt geht sie freiwillig ins kühle Nass, als wäre es das Normalste auf der Welt. Und Frau Alma ist unglaublich stur geworden. Ich glaube manchmal, dass sie einen festen Plan hat, sobald wir das Haus verlassen und auf diesen Plan auch beharrt. Sie legt sich wie ein alter Esel in die Leine und möchte unbedingt ihren Weg fortsetzen, ganz egal, welche Richtung ich einschlage. Und zugegeben, in neunzig Prozent der Fälle gebe ich nach, weil ihre Pläne meistens gut sind und man Omas nun einmal nicht aufhalten sollte. 

Und auch in diesem Jahr haben wir uns von unserem Meerweh treiben lassen und waren sogar zweimal in wunderbarer Begleitung an der Ostsee. Wir haben Räucherfisch gegessen, sind nach langen Strandspaziergängen müde auf die Luftmatraze gefallen, haben Bernsteine gesucht, aber nicht gefunden, sind bei Sturm auf der Seebrücke gewesen, haben die Ostsee beobachtet, als sie gerade den Strand verschluckte und haben die Zeit genossen, als sie einen kurzen Augenblick einfach still stand. 

 

Unsere Pläne für das neue Jahr

Haben wir Pläne, Wünsche und Vorhaben für das neue Jahr? Natürlich haben wir die! Wir möchten auch 2018 zu unserem Jahr machen! Wir haben im Sommer zwei Wochen Urlaub geplant. Wenn alles klappt, fahren wir zum ersten Mal mit eigenem Auto erst an die Müritz und von da aus gleich weiter an die Ostsee. Wir werden mit dem Kanu die Müritz erkunden, die Vogelinsel Kirr vor Zingst besuchen, Vögel beobachten, Strandspaziergänge unternehmen und endlich mal die Überfahrt nach Hiddensee wagen. Im Herbst wird man uns dann wahrscheinlich mit drei anderen tollen Hunden und ihrem Frauchen an der polnischen Ostseeküste antreffen und die Tage vor Weihnachten verbringen wir ganz in der Nähe des Schaalsees in einem romantischen Hotel.

Für das kommende Jahr wünsche ich mir nur eines, dass wir alle gesund bleiben und dass Frau Alma an unserer Seite ist. Ich möchte mit ihr noch so viele neue Orte erkunden, im Sommer einfach auf der Wiese liegen oder ihr bei ihren Schwimmzügen zu sehen. Ich freue mich auf weitere erlebnisreiche Spaziergänge mit meiner Schwester und meinen Freundinnen und hoffe, dass ich mit Alma noch etwas an unserer Dummy-Arbeit feilen kann.

Und natürlich wünsche ich mir, dass auch du wieder dabei bist lieber Leser! Dass du weiterhin unserer Seite einen Besuch abstattest und vielleicht über die ein oder andere Geschichte aus unserem Leben schmunzeln, lachen oder weinen kannst!

 

Ihr Lieben, ich wünsche euch von Herzen einen guten Rutsch und ein gesundes und erlebnisreiches Jahr 2018!

 

Eure Anja

Kommentare

Ma
21.01.2018 05:57

liebe Anja, auch Wir wünschen Euch ein gesundes, schönes und erlebnisreiches jahr 2018. Auch wir hoffen das Almchen noch recht lange bei uns ist und wir mit ihr noch viele schöne Dinge erleben können. Wir freuen uns darauf. Wir freuen uns ebenso das das Studium zu Ende geht und auf euer 1. Auto , womit vieles leichter für Euch wird. Sei fest umärmelt und einen dicken Scchmatz für unser „sorgenkind“ Alma. Deine Ma

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