Newsbild

Für unser Wochenende haben wir uns einen Kurzbesuch bei den Eltern meines Freundes vorgenommen. Wir fahren in die Prignitz – aber ohne Alma. Ich liebe die Prignitz und freue mich auf unseren kleinen Ausbruch aus dem Alltag, und ich freue mich, dass wir von Freitag bis Samstag hundelos sind.

Jeder der uns kennt und uns auf unserer Seite besucht weiß, wie sehr ich Alma liebhabe und dass ich für sie alles stehen und liegen lassen würde. Die letzten Monate und Jahre haben allerdings sehr viel Kraft gekostet, da Alma eigentlich immer krank ist. Dabei ist es noch nicht nur die Pflege, sondern vielmehr die Sorge um sie, die mich manchmal auch an meine Grenzen kommen treiben. De Tage, an denen ich Alma in den letzten acht Jahren abgegeben habe, kann man an einer Hand abzählen. Ob es während der Abschlussprüfungen an der Uni oder während der Grippewelle war, ich war immer für Alma da und sie für mich. Wenn wir in den letzten Jahren in den Urlaub gefahren sind, so sind wir mit Alma gefahren, weil wir wissen, wie wertvoll die Zeit mit ihr ist und dass jeder Tag ein Geschenk ist. Aber morgen fahren wir alleine. Zum einen, weil Alma bei den Eltern meines Freundes durch verschiedene Faktoren einfach zu viel Stress hat und zum anderen, weil ich das Gefühl habe, dass ich einfach eine Auszeit von 24 Stunden brauche. Ich freue mich, Zug zu fahren ohne Angst haben zu müssen, dass die Klimaanlage defekt ist und aufzupassen, ob ein unachtsamer Fahrgast auf Almas Rute tritt. Ich freue mich, einen Ausflug zu unternehmen, ohne vorher zu überlegen, ob uns Frau Alma begleiten kann, ob die Strecke zu lang, zu uneben oder eben für eine Hundeoma ungeeignet ist. Ich freue mich, abends nicht an die letzte Runde denken und die Zeiten für die Tablettengabe im Blick haben zu müssen. In unserem Alltag lassen wir uns gerne einschränken, weil wir die Zeit mit unserer Oma genießen und weil wir wissen, dass sich das Leben eben verändert, wenn man älter wird. Wir sind zeitlich und räumlich auf Alma eingestellt. Aber morgen finde ich es einfach schön, diese Gedanken und Sorgen für eine kurze Zeit so gut es geht abzuschütteln (gelingt ja meistens sowieso nicht) und hinter mich zu lassen, die Welt nur durch meine Brillen zu sehen. Und was ist mit Alma in der Zeit? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Alma die Zeit viel entspannter verbringe wird, als mit uns auf Tour zu gehen. Sie verbringt unsere Auszeit bei meiner Schwester, die sie mehrmals in der Woche sieht. Hunde sind gewiss alle verschieden und was für den einen gut ist, kann für den anderen Hund das Schlimmste bedeuten, aber ich habe das Gefühl, dass es für Alma immer anstrengender wird, fern von unserem Zuhause zu sein. Sie braucht ihr großes Bettchen und eben ganz viel Ruhe.

Ich weiß genau, dass ich sie just in dem Augenblick vermissen werde, wenn wir im Zug sitzen und ich werde es kaum erwarten können, ihr nach 24 Stunden wieder das Geschirr anzuziehen und eine gemeinsame Rentner-Runde zu gehen.

 

Heute mal allein, eure Anja

Kommentare

Neuer Kommentar