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Wahnsinn, heute läuten wir die 6. Runde der zweiten Staffel "Mit Herz und Handschellen" ein. Besser als Anni von "Hund im Gepäck" hätte ich das Anliegen unserer Serie gar nicht formulieren können: "Es geht nicht darum, dass jeder sich ein Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz holen soll und nicht mehr vom Züchter, das sollte, in meinen Augen, jeder für sich selbst entscheiden. Es geht darum zu zeigen, dass Second hand Hunde auch toll sind!" Wir möchten weder Tierschutzhunden eine glorifizierende Krone aufsetzen, noch sie auf ihre Eigenheiten, Macken, auf ihre kleinen oder großen Baustellen reduzieren. In diesem Sinne stellen wir ihren neuen Familien sieben Fragen über das Leben mit einem Tierschutzhund. Und wie immer erwarten euch sieben ehrliche Antworten, die zuweilen lustig, traurig, nachdenklich oder einfach nur köstlich sind!

 

Heute möchten wir euch drei echte Musketiere vorstellen. Gestatten: Oskar, ca. 11 Jahre; Jack, ca. 10 Jahre und  Mira, zarte 2 Jahre jung. Alle wurden aus unterschiedlichen Gründen aus privater Hand abgegeben und haben bei Nicole ein neues Zuhause gefunden. Wir freuen uns, dass ihr die vier nun näher kennenlernen könnt!

 

 

 Nicole, wir beginnen mit unserer obligatorischen Frage: War es bei euch Liebe auf den ersten Blick und wie bist du auf die „Kontaktanzeigen“ deiner Lieblinge aufmerksam geworden?

 

Ja, definitiv, bei allen dreien! :) Ich wusste, welche Rasse ich suche. Mir gefielen alle drei schon in der Anzeige, bin dann hingefahren und tja... verliebt und mitgenommen. Hier trifft "Mit Herz und Handschellen" wohl auf ganzer Linie zu.

 

 

 

 

Mit welchem kurzen Steckbrief kannst du Oskar, Jack und Mira beschreiben?

 

Oskar: völlig verrückter Hibbel, der eine unglaubliche Empathie besitzt und trotzdem weiß, bei wem und wann er sich zurücknehmen muss.

Jack: der Gelassene, ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe, er ist der Fels in der Brandung.

Mira: das Prinzesschen.... sie hat die Masche „ich bin so klein, zart und schüchtern, bitte tue mir nichts“ voll drauf und kann im richtigen Moment auch anders... sie hat gegenüber den Opis die Hosen an.

 

 

 

 

 

Stell dir vor, deine vierbeinigen Begleiter hätten ein Lebensmotto, welches wäre es? 

 

Das ist eine schöne Frage. Per Zufall hatten wir das Thema letztens in Form von „Welcher Soundtrack würde das Leben eines jeden Hundes beschreiben“ :D Ich summe immer noch mit....

Oskars Lebensmotto wäre „Ich will Spaß, ich geb Gas“ mit irgendeinem Heavy Metal Soundtrack, vielleicht "Highway to hell"!?

Jack: „Probiers mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit“ und ein Soundtrack wäre diese Zirkusmusik... jeder kennt sie, die, wenn die Clowns die Manege betreten :D

Mira lebt ganz nach dem Motto „Genieße den Tag und kuschel so oft es geht“, für einen Border ist sie wirklich sehr klein und zart, dass weiß sie auch ganz genau und liebt es, ein Schoßhund zu sein. Ihr Soudtrack wäre „Schnappi, das kleine Krokodil“ (sie ieht die Opis mit Vorliebe am Kragen durch das Wohnzimmer).

 

 

Gibt es Situationen, die euch im Alltag vor die ein oder andere Herausforderung stellen?

 

Eigentlich sind das Situationen, die eher mich vor eine Herausforderung stellen. Als Hundetrainerin ist man bei den eigenen Hunden halt auch nur eine Hundehalterin ;) ! Es gibt immer noch die ein oder andere Situation, in der ich (eigentlich völlig grundlos) unsicher werde und mir im Vorfeld schon Gedanken mache, wie sie wohl ausgeht und ob das mit den Hunden klappt. Ich bin ein absoluter Kopfmensch, der gerne mal die Situationen zerdenkt, obwohl ich weiß, dass ich drei super tolle Hunde habe, die jede Situation meistern...

 

 

 

 

Wie lange hat es gedauert, bis deine Lieblinge in ihrem neuen Zuhause so richtig angekommen sind?

 

Ich würde sagen, bei Oskar hat es damals am längsten gedauert. Er war ein total unruhiger Hund, den ich anfangs sehr zur Ruhe zwingen musste. Dementsprechend hat er sich selbst immer die Zeit genommen anzukommen.

Klingt vielleicht komisch, aber Jack und Mira waren mit Betreten des Hauses angekommen. Die waren da und haben sich direkt bewegt, als wären sie nie woanders gewesen.

Mira war schon im Auto tiefenentspannt, hat den ganzen Rückweg komplett verschlafen. Sie stieg dann aus, hat sich gestreckt und ist erst einmal zielsicher auf den Wassernapf zu. Man hätte auch denken können, dass wir lediglich unterwegs gewesen sind und nach einem tollen Spaziergang nach Hause gekommen sind.

 

 

Alma ist ja bekannter Maßen eine Mogelpackung, gab es bei euch irgendwelche Überraschungen, positiv wie auch negativ?

 

Bei Jack und Mira war ich eher überrascht, wie unkompliziert die beiden doch sind. Jack war schon sehr gut ausgebildet, als er bei uns einzog, dem musste ich die Basics nicht mehr beibringen. Mira fehlten zwar die Basics, aber die lernt so schnell, da ist alles auch irgendwie problemlos. Oskar hingegen war eine Herausforderung. Ich war mir bewusst, dass ich einen 2 jährigen Schnösel adoptiere, der ordentlich Dampf hatte, aber mit seiner Hibbeligkeit hatte ich anfangs echt zu kämpfen. Richtig negativ war das nicht, lediglich anstrengend. Den ein oder anderen Tag saß ich trotzdem weinend am Küchentisch und war drauf und dran, diesen Hund wieder wegzubringen. Als Ersthund war er definitiv eine Hausnummer.  Allerdings muss ich sagen, ich war schon im Vorfeld gut informiert, wusste was auf mich zukommt oder zukommen kann und habe auch sehr vieles intuitiv richtig gemacht. Ich habe mich dann eigentlich letztendlich aufgrund der Masse an Informationen und Meinungen anderer auf meinem Weg verunsichern lassen.

 

 

 

 

 

Wenn du zukünftigen Second hand Hundebesitzern einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?

 

Ich habe da sogar drei Tipps, die ich geben kann, resultieren aus meinen Erfahrungen mit Oskar: 

Die absolute Nummer 1 hierbei ist für mich: 

„ Höre immer auf dein Bauchgefühl“ - damit liege ich meist richtig. Ich habe nur immer wieder festgestellt, dass man dieses Gefühl überhört oder sich wie schon geschrieben aufgrund von zu vielen Informationen und Meinungen verunsichern lässt.  Ich denke es liegt daran, dass, wenn man Entscheidungen mit dem Bauch trifft, geschieht dies in Sekundenschnelle, trifft man sie mit dem Verstand, dauert es um einiges länger. Man hat halt mehr Zeit Dinge kaputt zu denken. Als der Wunsch nach einem Zweithund aufstieg, hatte ich mir vor Jack schon eine Hündin angesehen. Es war eine tolle Hündin und trotzdem habe ich mich letztendlich gegen sie entschieden. Der Bauch hat nein gesagt ... Bei der Auswahl meiner jetzigen drei lag mein Bauch goldrichtig, die drei passen zusammen wie A*** auf Eimer.

Tipp Nummer 2:

Sich zu informieren ist das A und O. Ich habe die vorigen Besitzer meiner Hunde alle gelöchert. Ich wollte ALLES über das zukünftige Familienmitglied wissen. Wichtig ist hier auch, gerade wenn man schon einen Hund hat, diesen schon in seine Überlegungen zu integrieren, nicht erst dann, wenn es darum geht, einen neuen Hund auszuwählen. Und natürlich... den Ersthund zu einem ersten Kennenlernen mitnehmen!

Tipp Nummer 3:

Die eigenen Wünsche und Ziele hinten anstellen (das trifft allerdings nicht nur auf zukünftige Besitzer von Second-Hand-Hunden zu)! Oberstes Ziel muss sein, den Hund ankommen zu lassen, dies geht bei dem einen schneller, als bei dem anderen. Dann sollte es in erster Linie darum gehen, eine Beziehung aufzubauen, bevor man beispielsweise an die ersten sportlichen Erfolge denkt. Vertrauen und Geduld, das alles passiert, wenn die Zeit dafür gekommen ist!

 

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Was für ein Mischug: ein Hibbel, ein gelassener Fels in der Brandung und eine echte Prinzessin! Ich bin wirklich sehr beeindruckt, wie sich Nicole auf jeden dieser drei unterschiedlichen Charaktere und deren jeweiligen Bedürfnisse einstellt hat. Es zeigt jedoch auch, wie wichtig es ist, sich vor dem Kauf bzw. der Übernahme des Hundes gut zu informieren, trägt man doch bei mehreren Hunden nicht nur die Verantwortung für sich selbst und den neuen Hund allein, sondern eben auch für die älteren Familienmitglieder! Oskar, Jack und Mira zeigen aber auch, dass es eben ganz unterschiedliche Tierschutz- bzw. Abgabehunde gibt, mit unterschiedlichen Temperamenten und Charakteren. Wie heißt es so schön? Vive la difference! Wir wünschen Nicole und ihren drei Musketieren von Herzen eine sorglose, spannende und vor allem gesunde Zeit!

  

Euch lassen die drei Musketiere nicht mehr los oder ihr braucht Unterstützung bei der Erziehung / Beziehung eures Hundes? Dann besucht doch Nicole und ihr Rudel auf der Seite Leinenengel - die Hundeschule für Einzeltraining, Gruppentraining aber auch Kaufberatung! 

 

 

Eure Anja und Frau Alma 

 

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