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Es ist Sonntag und darum erneut "Mit Herz und Handschellen" - Zeit! Wir stellen euch auch heute wieder einen sogenanten Secondhand Hund vor, der das Herz seiner neuen Familie erobert hat. Und wie immer gibt es sieben Fragen und sieben ehrliche, vielleicht lustige und kuriose Antworten. Mit unserer Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass in den Tierheimen und Tierschutzstationen vielleicht ja schon der beste Freund auf dich wartet!

 

Die Mutigen waren heute Coffee mit seinem Frauchen Kim. Die beiden passen einfach zusammen wie Topf und Deckel und unterstützen sich nicht nur gegenseitig, sondern sind sich auch sonst in vielen Dingen sehr ähnlich. Coffee ist ca. 5 Jahren jung und wurde auf Gran Canaria geboren. Mit Kim lebt der trickbegeisterte Terriermischling fast schon seinn ganzes Leben zusammen - welch ein Glück für die beiden, dass das Leben sie zusammengeführt hat!

 

War es bei euch Liebe auf den ersten Blick?

Naja, in gewisser Weise schon, aber irgendwie auch nicht. Etwa drei Monate bevor wir Coffee adoptiert haben stand fest, dass wir einen Hund nehmen würden. Wir waren bereits vorher mit Hunden im Tierheim spazieren gegangen und mein Papa und ich hatten uns recht spontan verliebt. Dante hieß der Hund und war ein (wie ich mich erinnere) Podenco Mix. Damals hatte ich nicht viel Ahnung von Jagdhunden – schon gar nicht Windhunden. Im Endeffekt war es somit unser Glück, dass er über ein Wochenende, an dem wir leider nicht kommen konnten, vermittelt wurde. Denn auch wenn er bei unseren Spaziergängen sehr lieb war, denke ich, dass er als erste Hund ohne Vorerfahrung nichts für uns gewesen wäre.
Wir haben dann auch weiter gesucht und haben eine kleine Hündin namens Muffy gefunden. Wir waren oft mit ihr draußen, aber sie war stark traumatisiert, sodass wir im Endeffekt schweren Herzens gesagt haben, dass wir auch sie nicht nehmen. Auch sie hat heute ein gutes Zuhause (laut Tierheim). Ich denke Muffy war so ein wenig der Grund, weshalb ich die Anzeige mit „Corona“ angeklickt habe. So hieß ein Geschwisterchen von Coffee. Ich habe die Anzeige überflogen und dann auf der Homepage geguckt. Von dort sah Coffee mich an – und ja, in dem Moment war es Liebe auf den ersten Blick.
Später hatte er dann natürlich keine Wahl, nachdem er hier eingeflogen war haben wir ihn ja direkt aus der Transportkiste in den Arm bekommen. Allerdings hat er mir ziemlich schnell vertraut, im Gegensatz zu anderen Menschen.

 

 

Welche deiner Schwächen ist Coffees größte Stärke?

 

Hm, das ist schwierig zu beantworten. Coffee und ich sind und generell sehr ähnlich. Was er mir aber voraus hat ist eine unglaubliche Menschenkenntnis. Er ist sehr unsicher Menschen gegenüber, aber bei manchen fasst er sehr schnell Vertrauen während er bei anderen unglaublich lange braucht. Es ist keine Sicherheit (meine Tante macht ihm Beispielsweise sehr viel Angst) allerdings gerade bei wildfremden Menschen ein guter Indikator.
Was er mir auf jeden Fall beigebracht hat ist, dass man nicht immer andere Menschen braucht, um glücklich zu sein. Vor allem nicht so viele Zufallsbekanntschaften. Viel lieber sind uns Spaziergänge allein für uns – oder eben mit guten Freunden. Früher war ich oft traurig, wenn wir wieder alleine unterwegs waren. Bis mir irgendwann auffiel, dass Coffee das gar nicht mal schlimm findet. Er findet es sogar gut, denn dann darf er viel mehr machen. 

 

 

 

Warum ausgerechnet Coffee?

 

Dazu kann ich wohl einen halben Roman schreiben, denn unsere Geschichte ist doch recht skurril wenn man sie so liest. Wie ich oben schon geschrieben habe, war Coffee nicht der erste Hund den wir im Blick hatten. Ich hatte zunächst eine seiner Schwestern gesehen. Corona. Nun muss man vielleicht erwähnen, dass damals alle Welpen Biernamen hatten. Coffee hieß Kölsch. Und das (auch wenn es doof klingt) war einer der Gründe, dass ich seine Anzeige gelesen habe.
Meine Mutter kommt aus Köln, vermittelt wurden die Hunde durch einen Verein in Pulheim (wo meine Tante wohnt). Die Beschreibung passte einfach – und das Aussehen auch. Von daher war es irgendwie „Schicksal“ auch wenn ich heute finde, dass wir da ganz schön naiv dran gegangen sind.

 

 

 

Wie haltet ihr euch beide fit bzw. was ist euer liebstes gemeinsames Hobby?

 

Fit? Ich? *lautes Lachen*
Coffee hat mich wieder fit gemacht. Im Februar 2016 hatte ich einen schweren Unfall nach dem ich das Laufen neu lernen musste. Dabei hat mir Coffee natürlich unglaublich geholfen. Aktuell kann ich noch nicht wieder joggen, aber ich arbeite dran. Und dabei hilft mir Coffee natürlich auch.
Wir haben im Dezember ein Mal Agility ausprobieren dürfen. Allerdings habe ich mich im Endeffekt dagegen entschieden, wenn auch aus einem anderen Grund als meiner Fitness.
Ansonsten machen wir sehr gerne Tricks, momentan vor Allem Balancetricks. Das hält zwar nicht mich fit, aber Coffee. Er hat so einen Spaß daran, obwohl ich damit nicht gerechnet hab. Daher kann ich nur jedem ans Herz legen, mal mit dem Hund auszuprobieren, ob er nicht Spaß an sowas hat. Das kann draußen ganz banales Balancieren sein, oder auf Baumstümpfe hüpfen. Oder drinnen mit einem Luftgefüllten Sitzkissen und anderen wackeligen Untergründen.

 

 

Wie würdest du Coffee am ehesten beschreiben? Ist er mehr der introvertierte Denker mit feinen Antennen oder doch die umwerfende Rampensau, die so richtig Gas gibt, je mehr Menschen oder Hunde in ihrer Nähe sind?

 

Coffee ist eindeutig eher das Erste. Ganz selten trifft auch das Zweite zu, aber da er generell Fremde nicht so toll findet und ich oft das Gefühl habe, dass er über alle seine Handlungen drei Mal nachdenkt, passt die erste Beschreibung viel besser. Besonders beim Tricksen merkt man total, wie sich sein kleiner Kopf anstrengt und er versucht mir jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Außerdem merkt er sehr deutlich, wenn es seinen Bezugspersonen schlecht geht - auch wenn man Versucht es nicht zu zeigen.

 

  

Was hast du von Coffee gelernt?

 

Vor allem der in Punkt 2 erwähnte Aspekt ist eine der Sachen, die Coffee mir beigebracht hat. Allerdings auch sehr viel über Kommunikation, Stress und Aufmerksamkeit. Mittlerweile beobachte ich ihn unglaublich viel und finde es sehr spannend, wie gut ich ihn doch mittlerweile einschätzen und lesen kann. Er hat mich auch gelehrt Aufmerksamer zu sein – ich glaube das kann jeder Jagdhundehalter bestätigen. Allerdings genieße ich auch die Natur viel mehr. Wir können stundenlang durch unseren Lieblingswald latschen und uns wird nicht langweilig. Bevor ich ihn hatte fand ich Spazierengehen einfach langweilig – es war eher ein Mittel zum Zweck. Man wollte halt irgendwo hin kommen. Das hat sich mit Coffee allerdings schlagartig geändert.

 

 

 

Wenn du einen Bick durch die magische Glaskugel frei hättest, über welchen Aspekt von Coffees Vergangenheit würdest du gerne mehr erfahren?

 

Ich glaube mich würde vor allem seine Mutter und die ersten Wochen seines Lebens interessieren. Ich weiß, dass er keine optimale Aufzucht hatte und das kann ich jetzt natürlich nicht mehr ändern. Trotzdem würde es mich interessieren. Leider weiß ich auch nicht, wie es seinen Geschwisterchen geht. Wir hatten über den Verein versucht, etwas heraus zu finden – leider hat die vermittelnde Person sich nie mehr gemeldet. Es wäre natürlich interessant zu erfahren, wie es seinen Geschwistern so geht, aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

 

 

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Liebe Kim, lieber Coffee, wir danken euch von Herzen, dass ihr uns so viel über euch erzählt habt! Bleibt bitte beide gesund und weiterhin so neugierig und schreibwütig! Wir freuen uns, noch mehr über auch auf "Verwauzt und Zugebellt" zu lesen oder euch auf Facebook beim Tricksen unter "Trickdog Coffee" ,zu begleiten! Wir wünschen euch zusammen eine erlbenisreiche Zeit und viele entspannte Stunden auf den Spaziergängen in eurem Lieblingswald!

 

 

Eure Anja und Frau Alma 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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