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Dieses Jahr haben wir den Heiligabend bei den Eltern meines Freundes verbracht. Und natürlich war Frau Alma mit dabei. Da ich am 23.12. noch bis 20.00 Uhr arbeiten musste, ist mein Freund mit Alma schon vorgefahren. Am Weihnachtstag zeigte sich, was ich insgeheim schon befürchtet hatte: Es wird immer schwieriger mit Alma wegzufahren, Besuche abzustatten und die Nächte in fremden Betten zu verbringen. Das liegt nicht daran, dass Alma unerzogen ist und sich nicht zu benehmen weiß, sondern viel mehr daran, dass sie jetzt eine richtige Oma geworden ist, mit anderen Bedürfnissen. Die zeigt sich besonders bei den Eltern meines Freundes, die selber einen fünfjährigen Deutschen Pinscher haben. In ihrem Haus gelten andere Regeln für Hunde und natürlich wollen wir die auch akzeptieren. So darf Alma nicht auf die Couch oder in die Küche, wenn das Essen zubereitet wird – als ausgebildeter und routinierter Küchenbegleithund, fällt ihr das natürlich nicht leicht. Das Wohnzimmer ist darüber hinaus recht eng und es fällt ihr schwer, zur Ruhe zu kommen und ihren Platz (trotz eines eigenen Bettes) zu finden, da es wuselig ist. Man kann sich also nichts Friedlicheres vorstellen, als einen Weihnachtsabend mit einer hechelnden und ruhelos umherwandernden Alma – schöne Bescherung!

Erschwerend kommt hinzu, dass Alex, der Deutsche Pinscher, Alma nicht mehr geheuer ist. Alex ist nervös, unsicher und schnell erregt. Er kommt nur schwer zur Ruhe und man spürt förmlich seine innere Anspannung. Dann nämlich quiekt Alex – laut und durchdringend, wie ein Schweinchen. Alex quiekt, wenn er versehentlich das Tischbein berührt, oder mit seinen Pfoten mein Bein streift. Er quiekt, wenn er im Laufen auf ein Stöckchen tritt, oder wenn er sich an etwas stößt.  Man glaubt es vielleicht nicht sofort, aber Alma ist anfällig für schlechte Stimmungen und es fällt ihr sehr schwer zu verstehen, dass diese gar nichts mit ihrer Person zu tun haben. Am Ende haben wir also nicht nur ein zappelndes Pinschertier, sein entnervtes Frauchen und Herrchen, sondern auch noch eine total verunsicherte und verzweifelte Frau Alma. Das ist dann auch für mich der Zeitpunkt, an dem ich am liebsten entnervt das Handtuch werfen möchte. Manchmal ist es eben gar nicht so leicht, Familie, Familienhunde und dann auch noch die eigenen Ansichten und Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen!

Schon im letzten Jahr hat Alma beschlossen, auf gemeinsame Gassirunden mit Alex gänzlich zu verzichten. Kaum wittert sie unsere Absicht auf einen gemeinsamen Spaziergang, bleibt Madame stehen, zieht in die andere Richtung oder will wieder ins Haus. Dabei spielt es auch keine Rolle, wer am anderen Ende von Alex Leine hängt. Ich habe viele Strategien ausprobiert: Ich habe ihren geliebten Futterbeutel mitgenommen, habe ihr gut zugeredet und versucht, sie mit leckeren Happen zu bestechen – ohne Erfolg, der Zug ist abgefahren. Jetzt heißt es deshalb immer, getrennte Runden zu gehen, auch wenn sich die Mama meines Freundes immer sehr darauf freut und nicht so recht verstehen will, wo denn nun eigentlich der Hund begraben ist.

Je älter Alma ist, desto schwieriger ist es für sie, sich an neue Abläufe zu gewöhnen. Ich gebe es gerne zu, Alma darf in unseren vier Wänden fast alles. Kein Raum ist verboten, die Couch darf sie selbstverständlich mitbenutzen und ich unterbinde Bettelleien nicht rigoros, denn dafür bin ich leider zu schwach. Trotzdem macht Alma keinen Ärger. Wenn ich möchte, kann ich diese Sachen ohne Probleme verbieten oder durchsetzen. Alma kann alleine blieben, kontrolliert mich nicht, bellt nur auf Kommando und ist alles in allem eine sehr angenehme Mitbewohnerin. Ich kann ihr diese Freiheiten geben, weil sie ihr (und damit uns) nicht schaden. Generell habe ich nur sehr wenige Regeln in unserem Zusammenleben, auf die ich jedoch zu 100 % bestehe.

Nach jedem Besuch stelle ich mir deshalb die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, Alma für diese kurze Zeit z.B. bei meinen Eltern unterzubringen. Dort herrschen nämlich die gleichen Bedingungen wie bei mir und für Alma wäre es wahrscheinlich entspannter. Auf der anderen Seite möchte ich sie natürlich nicht abschieben, da Frau Alma auch viel daran liegt, bei mir zu bleiben.

Ganz so einfach ist die Entscheidung also am Ende leider nicht.

 

Wie habt ihr die Feiertage verbracht und welche kleinen oder größeren Hürden müsst ihr bei Besuchen von euren Freunden oder eurer Verwandtschaft nehmen?

 

 

Eure Anja und Frau Alma  

 

 

Kommentare

Steffi von cockerlifestyleandmore.de
27.12.2016 08:56

Oh wei! Das klingt nach echt stressigen Stunden!!!!

Hier war es relativ entspannt. Der erste Heiligabend in unserem neuen Häuschen und meine Familie ist gekommen. Wir waren insgesamt zu 7 mit den 2 Hunden. Meine Familie hat ihre 2 Hunde zu Hause gelassen. Im Nachhinein war das auch eine gute Entscheidung.

Obwohl Ren und Stimpy viel Trubel gewohnt sind waren sie nach diesen 3 Stunden des Beisammen seins fix und foxi! Ren hat seine Ruhe nicht gefunden obwohl er jederzeit in alle Räume kann und Stimpy war genervt dass sie ihren Schönheitsschlaf ständig unterbrechen musste... ;)

Kaum war die Familie aus dem Haus sind die 2 auf dem Sofa schlagartig umgeplumpst und haben ganze Wälder abgesägt. Wie gesagt, sie hätten sich jederzeit zurückziehen können... aber das war wohl nicht in ihrem Sinn ;)

Das war auch schon der schlimmste Streß für die 2. Die anderen beide Tage waren wir im exessiven Gammelmodus :)

Dann freuen wir uns schon auf das nächste Weihnachtsfest ;)

Liebe Grüße

Steffi mit Ren & Stimpy

Roveena
27.12.2016 12:23

Wir haben ja das Glück, dass wir in einer Straße mit meinem Bruder, seiner Familie und deren 2 Hunden wohnen. Die drei kennen es also bei jeder Feier und im Alltag zusammen zu sein. Wir haben zum Glück keine weiteren Anfahrten oder Übernachtungen zu machen. 

Das habe ich mit Aaron nur einmal an Sylvester probiert und bin schnell zu dem Schluss gekommen. Aaron geht klar vor und so verbringe ich Sylvester daheim bzw. drüben bei meinem Bruder. Super Lösung und der Hund ist entspannt. 

Der Hundesenior meine Bruders braucht auch keine Veränderungen mit machen. Als sie eine Woche in den Urlaub fahren wollten, habe ich die Hunde einfach genommen. Unserer Meinung nach war die gewohnte Umgebung mit bekannten Menschen und Rituatlen besser als die eine Woche Urlaub in der fremde + langer Anfahrt.

Für uns sind so Feiertage, Feiern und Urlaub immer ein Ding, dass in der Familie abgestimmt wird und unsere drei sind immer versorgt.

viele Grüße

Sandra und Aaron

dreipunktecharlie
11.01.2017 14:30

Sehr schön und unterhaltsam zu lesen! :-) Tolle Fragen und coole Antworten. Und bei der Serie würden wir auch einschalten! ;-) 

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