14.12.2016
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Julia und Lola von miDoggy wurden von der wundervollen Jane Goodall, dazu inspiriert, nachzudenken, was sie verändern würden, wären sie im Besitz einer magischen Kraft, der sogenannten „magic power“. Ich habe schon fleißig die Beiträge der anderen teilnehmenden Blogger gelesen und kann ihnen nur zustimmen. Natürlich fallen mir sponaten sofort unendlich viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten der magischen Kräfte ein, wie beispielsweise die Fähigkeiten Kriege zu beenden, Hunger zu stillen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Für diese Herausforderungen bräuchte es gewiss sehr viel mehr Menschen mit „magic power“.

Wenn ich jedoch die Welt gar nicht im Ganzen verändern könnte, würde ich meine magische Kraft vor allem für eine Sache aufbringen wollen: Ich möchte Tierschutz- und Tierheimtieren eine Stimme geben!

Dieses Thema lässt mich einfach nicht mehr los und begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Angefangen hat alles mit der Fernsehsendung „tierisch tierisch“, die ich schon als kleines Kind jeden Mittwochabend mit meiner Schwester und meiner Mama geguckt habe. Später bin ich am Wochenende eine sehr lange Zeit regelmäßig mit meiner Familie in das Tierheim des Nachbarortes gefahren, um mit den dort lebenden Hunden eine große Runde zu gehen, sie zu kämmen und die Zwinger zu säubern.

Ein Jahr bevor Alma in mein Leben trat, begann ich wieder regelmäßig und mitunter zweimal in der Woche, ins Tierheim zu fahren, um Hunde auszuführen. Meine Erlebnisse aus all der Zeit haben mich besonders geprägt. Für mich kam deshalb nie ein anderer Hund als aus dem Tierheim in Frage.

Hätte ich die magische Kraft, würde ich so gerne andere Menschen und Hundebesitzer davon überzeugen können, dass bereits im Tierheim ihr bester Freund auf sie wartet! Manchmal muss ich mich bremsen, gerade bei Diskussionen rund um das Thema Tierheim, Züchter und Co., denn um eines klarzustellen: Nein, ich möchte keinen belehren und mir liegt es fern, andere Hundebesitzer zu bewerten bzw. zu beurteilen. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich für einen Welpen von einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter entscheidet. A B E R, es ärgert mich oft, dass ein Hund aus dem Tierheim für viele Menschen von Anfang an gar keine Option ist -  und meistens ohne plausiblen Grund!

Ein Beispiel gefällig? „Ich möchte einen Hund, den ich noch so erziehen kann, wie ich das möchte!“ – Also erstens, gibt es im Tierheim auch noch sehr junge Hunde und Welpen (Ich selbst stand damals vor der Wahl!) und zweitens, lassen sich erwachsene Hunde doch auch noch erziehen. Und damit kommen wir gleich zum nächsten Vorurteil: Nicht jeder Hund aus dem Tierheim ist angstgestört, aggressiv oder schlecht sozialisiert! Natürlich gibt es verhaltensoriginelle Hunde, aber hier liegt das Monopol nicht nur bei den Insassen des Tierheims! Davon einmal abgesehen, ist nicht jeder verpflichtet, sich diesen besonderen Herausforderung zu stellen! Es gibt nämlich auch in Tierheimen Alternativen!

In meiner Vorstellung würde ich meine magischen Fähigkeiten dazu aufbringen, genau solche Vorurteile abzubauen! Es gibt so viele Beispiele für echte Erfolgsgeschichten und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Hund für spezielle Herausforderungen findet man eben auch in den Tierheimen oder auf der Homepage der zahlreichen Tierschutzvereine! Ein kleines Beispiel gefällig? Der kleine Dackel-Terrier-Mischling Lucy, den meine Schwester im Alter von einem Jahr aus dem Tierheim Rostock adoptierte, nahm am vergangenen Wochenende an den Deutschen Meisterschaften des VDH im Agility teil und belegte in der dritten Klasse den 18. Platz von insgesamt 42 Starten! Als meine Schwester das erste Mal auf einem Agilityplatz vorbeischaute, sagte man ihr, dass es mit diesem Hund doch sowieso nie etwas werden würde. Natürlich geht es immer noch höher, schneller, weiter – aber Hand aufs Herz, unter den zukünftigen Hundebesitzern sind doch nicht nur Leistungssportler und Mitglieder der Rettungswache oder Drogenfahndung! Und wenn doch, bin ich mir sicher, dass auch Border Collies, Bernhardiner und Schäferhunde auf ein neues Zuhause warten!

Es ist gewiss nicht immer ganz einfach, den passenden Begleiter zu finden. Ganz klar, nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen, ganz gleich ob vom Züchter oder aus dem Tierschutz. Aber auch bei der Wahl des Züchters heißt es Augen und Ohren gespitzt. Zeit muss also in beiden Fällen investiert werden und das ist auch gut so!

Es gibt übrigens zahlreiche Menschen, die sich auch ohne diese „magic power“ im Bereich des Tierschutzes engagieren – mit viel Herzblut – MAGIC und absolut uneigennützig und bemerkenswert – POWER! So macht beispielsweise die wunderbare Fotografin Elke Vogelsang kostenlose Fotos von Hunden aus dem Tierheim oder Tierschutz – die Optik entscheidet nämlich bei der Chance auf ein neues Zuhause mit! Natürlich ist kein Mensch dazu gezwungen, sich für einen Hund aus dem Tierheim zu entscheiden, egal wie die persönlichen Gründe auch aussehen. Dazu kann ich wohl auch niemanden, trotz magischer Kräfte, überreden. Aber vielleicht könnte ich Menschen dazu bewegen, neben einem Züchter mal das ein oder andere Tierheim in der Umgebung zu besuchen? Vielleicht wartet ja schon da der passende Freund auf sie?

Während ich diesen Beitrag schreibe, schlummert Alma tief und fest in ihrem Bettchen. Von meiner erträumten magischen Kraft scheint sie nichts zu spüren. Ist sie vielleicht besonders dankbar, dass ich ihr damals vor sieben Jahren ein neues Zuhause gegeben habe? Bisher hat sie mir jedenfalls noch nie einen Blumenstrauß auf den Tisch gestellt, aber wenn sie sich abends neben mich kuschelt, sich so unendlich freut, wenn ich nach der Arbeit wieder zur Tür hereinkomme oder sie beim Tierarzt meine Nähe sucht, weil sie mir vertraut, dann ist das wohl ihre Art, „Danke“ zu sagen. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was aus ihr (und mir) geworden wäre, wenn ich sie damals nicht adoptiert hätte. Wie lange wäre sie wohl im Tierheim geblieben oder wäre sie als Wanderpokal durch die Republik gereist? Wer würde mich heute so zum Lachen und auch manchmal so zur Verzweiflung bringen? Wer würde mein Bett aufwärmen und Käse aus der Küche klauen? Schon klar, man kann nicht jeden retten, aber EIN Leben ganz bestimmt! So muss es sich also anfühlen, wenn ich mit meiner magischen Kraft doch etwas bewegen könnte!

 

 

Eure Anja und Frau Alma 

 

 

 

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