13.11.2016
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Hand aufs Herz und Butter bei die Fische, es gibt Situationen, in denen man den Job als Dosenöffner, Bällchenwerfer und Adventure-Scout am liebsten an den Nagel hängen möchte oder aber überlegt, die diplomatischen Beziehungen zu seinem felligen Begleiter für beendet zu erklären! Ja, auch wenn der eigene Hund für die meisten von uns ein wahrgewordener Traum ist, sind uns diese Gedanken doch mitunter näher als gedacht und gar nicht so fremd! Und da nun einfach mal einer den Anfang machen und mit der Wahrheit rausrücken muss, habe ich für euch meine Highlights aus sieben Mensch-Hundejahren zusammengestellt, bei denen ich entweder am liebsten gleich im Erdboden verschwunden wäre, oder es bis heute bereue, nicht in einen Tarnumhang à la Harry Potter investiert zu haben!

 

# 1.     Momente, in denen ich bereue, nicht aus Zucker gemacht worden zu sein

Kennt ihr das? Ein schöner Abend, am besten freitags, dem Tor zum Wochenende, man hat es gerade so von der Badewanne auf die Couch geschafft, der Wochenend-Wonne-Wohlfühlmodus wechselt langsam zum aktivierten Modus, man ist ehrlicherweise mehr als gesättigt, schläft schon beim Abendprogramm vor dem Fernseher zeitweise ein, ist dabei froh, bereits in Schlafklamotten zu stecken und dann wird einem meist unvermittelt aber sicher klar, dass der Hund noch ein letztes Mal vor die Tür muss! Für alle mit menschlichem, willen- und wehrlosen Anhang: Meistens hilft es, einfach die Aufgabe ganz beiläufig und subtil abzugeben, frei nach dem Motto „Ich sehe, höre, und sage NICHTS!“. Ansonsten heißt es: Zähne zusammenbeißen, schnell Jacke überwerfen und hoffen, den Nachbarn nicht in Schlafanzug-Bärchenhose über den Weg zu laufen.

 

 

# 2.     Orgien im Bad

Hat man sich und seinen Hund schon mal bei Wind und Wetter vor die Tür geschleppt, bekommt man die Quittung dafür spätestens am Ende eines intensiven Matsch-Wetter-Spazierganges! Der Hund ist so dreckig, dass Fellzeichnung und Rassezugehörigkeit unter Schlamm, oder noch schlimmer unter Kuhmist, Resten von alten Fisch oder anderen stinkenden Hinterlassenschaften nur noch zu erahnen sind. Sucht man an dieser Stelle nicht sofort und instinktiv das Weite, qualifiziert man sich direkt für die knifflige Aufgabe, den Hunde von der Wohnungstür in das Bad am anderen Ende der Wohnung zu transportieren und das Ganze natürlich so wohnungs- und kleidungsschonend wie nur möglich. Eine bessere Challenge wäre den Machern der Hunderttausend Mark Show damals auch nicht eingefallen. Im Bad angekommen, folgt nach der gründlichen Reinigung des Hundes der Teil, den ich nie verstehen werde: Ich habe Almas Pfoten minutenlang gründlich ausgespült, kristallklares Wasser bildet in der Badewanne einen Rinnsal Richtung Abfluss, ich hebe Alma aus der Wanne und siehe da – sie hinterlässt blassbraune TAPSEN! Damit könnte ich noch leben, aber durch Almas Schütteln, als ginge es um Leben oder Tod, bedürfen jetzt auch die Wandfliesen und Badmöbel einer Generalüberholung. Das Leben ist nicht fair!

 

 

# 3.     Spuck es aus oder behalte es!

Manche Hunde lieben es zuweilen, eklig zu sein, so widerlich ekelhaft, dass Frauchen oder Herrchen von ihrem Würgereiz zum Duell herausgefordert werden. Wer schon einmal erlebt hat, dass ein Hund mit Maulkorb im Gebüsch verschwindet und mit einer Kackwurst zwischen den Streben des Maulkorbes wieder auftaucht, hat ungefähr eine Ahnung davon, was ich meine. Der einzige Vorteil hierbei – dieses Problem ist offensichtlich! Wer aber aus Angst vor Giftködern, dem Hund im Maul herumpuhlt, um den letzten Happen doch wieder ans Tageslicht zu befördern, ist bestens gewappnet für eine Partie russisch Roulette. Was hatte ich schon alles zwischen den Fingern – Kacke von Zwei- und Vierbeinern, Fisch, Toilettenpapier und vieles mehr – eine bunte Mischung, deren Geruch bis zum Ende des Spazierganges an meinen Händen haften blieb.

 

 

# 4.     Wenn ich sage, meine Hund soll kommen, dann kommt er oder nicht!

Ja ja, sonst macht der sowas aber NIIIIIIIIIIE! Schon klar, Alma macht es! Es gibt Situationen, in denen ich sie einfach nicht abrufen kann. In diesen Situationen spielt Essen oder aber die Aussicht auf Essen fast immer die zentrale Rolle! Alma hatte mal einen mittelgroßen Ködereimer eines Anglers komplett gelehrt (Ich glaube es befanden sich darin Brotreste.). Ich habe alles gegeben, um Alma davon abzuhalten, am Ende bin ich sogar gerannt, da sich Alma und der Angler in sicherer Entfernung zur mir befanden. Kurz vor meiner Ankunft, die sich durch Herzrasen und Schnaufen schon von Weitem ankündigte, habe ich realisiert, dass auch der Angler Alma trotz meiner Rufe noch gar nicht bemerkt hatte. Irgendwie habe ich es geschafft, dass wir uns beide sang und klanglos davonstehlen konnten. Mittlerweile rufe ich Alma nicht mehr, wenn ich merke, dass sie wieder einmal ihre Ohren auf Durchzug gestellt hat, sondern sammle sie einfach stillschweigend ein. Ich gebe mir doch nicht die Blöße, dass andere Leute tuscheln, dass der Hund ja sowieso nicht hört. Meine Taktik ist übrigens wirklich überaus wirksam, man vermeidet damit nicht nur größere Aufmerksamkeit und überaus peinliche Momente, sondern verhindert damit auch, dass bald alle Spaziergänger im Park den Hund beim Namen nennen können.

 

 

# 5.     Gehört der Hund Ihnen?

Manchmal empfiehlt es sich einfach nur noch, jegliche Verbindungen zu seinem Hund felsenfest zu leugnen. Als ich vor Jahren einmal beim Friseur saß, kam ich mit einer Kundin vom Nachbarplatz ins Gespräch. Schnell stellte sich heraus, dass wir beide Hundebesitzer sind und auf der Rabeninsel die ein oder andere Runde mit unseren Hunden gehen. Die Kundin war stolze Besitzerin eines sehr schlanken und sportlichen Labradors, den ich schon des Öfteren gesehen hatte. Als die Sprache auf meinen Hund kam, fraget sie mich „Ob das mein Hund sei, der immer alleine über die Rabeninsel läuft?“ Ich muss ja nicht erwähnen, dass wir damals noch unentwegt an Almas Jagdproblem rumwerkelten. Eine Flucht aus dem Friseursalon war vollkommen ausgeschlossen. Ich hatte noch meine Farbe auf dem Kopf, sah aus wie ein Schlumpf auf LSD und musste schließlich auch noch meine Rechnung begleichen. Ich gab der Dame zu verstehen, dass ich nicht wüsste, welchen Hund sie meinte und brach unseren Kontakt ab, indem ich mich wieder wichtigeren Dingen zu wendete – in einem Friseursalon sind dies bekanntermaßen die literarischen Schätze der Boulevardpresse.

 

 

# 6.     Vom Winde verweht

Jedes Mal, wenn wir beim Tierarzt warten, im Zug sitzen oder aber sich Besuch bei uns ankündigt, hoffe ich, dass Alma dieses Mal bitte keine Blähungen hat. Wenn dieser Wunsch dann doch nicht in Erfüllung geht, hoffe ich wenigstens, dass alle Personen im Umkreis von 20 Metern wissen, dass es der Hund war, der vorhatte, uns alle zu ersticken! Was hat Alma auch manchmal für eine Fahne, holla die Waldfee! Mittlerweile können Robert und ich ihr die Winde sehr genau und zuverlässig zuordnen, aber es ist davon auszugehen, dass nicht alle aus unserem Umfeld über diese Qualifikation verfügen! Im Ernstfall nehme ich dazu gar keine Stellung mehr, denn egal was ich sage, man wird sowieso denken, dass ich dem armen Hund die Schuld in die Schuhe schiebe! Also besser Klappe halten und den Gestank so gut es geht ignorieren oder gekonnt überspielen!

 

 

# 7.     Wecke niemals schlafende Hunde

Noch so eine Situation, in der ich am liebsten nur Teilzeit-Hundehalterin nach Bedarf wäre! Ich verschlafe sehr sehr selten und meistens nur, wenn ich garantiert auf Arbeit muss! Ich könnte jedes Mal schwören, dass der Wecker wirklich nicht geklingelt hat! Der Wecker ist in diesem Fall mein Handy und ich vermute, dass ich ganz virtuos den Wecker auch im Schlaf einfach wegdrücken kann. Warum schaffe ich so etwas eigentlich nicht auch mit anderen täglichen Aufgaben? Verschlafen an sich ist schon schlimm genug, Verschlafen als Hundebesitzer ist aber eine Katastrophe. Man muss ja nicht nur bei sich die Spuren der Nacht im Schnelldurchlauf beseitigen – wer zum Teufel braucht nicht in diesen Momenten die Wunderkugel der Mini Playback-Show – sondern muss selbstverständlich auch noch dem Hund die Gelegenheit geben, seine Morgentoilette zu verrichten. Und natürlich braucht an diesen Tagen Fiffi für alles etwas länger als sonst. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es für Alma bisher wichtig war, jeden einzelnen Grashalm vor unserer Haustür intensiv abzuschnüffeln und sorgsam zu untersuchen.

 

 

# 8.     Ohne Party geht die Mimi nie ins Bett

Schon klar, wir bleiben nicht so lange. Wir müssen ja eh nach Hause wegen des Hundes! Manchmal ist der Hund ein echter Joker, ein goldenes Ass für schlechte Partys und langweilige Abende, das man effektvoll aus dem Ärmel schütteln kann! Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und es gibt eben auch l-e-g-e-n-d-ä-r-e Abende. Wer alleine unterwegs ist und keine Anstandsdame im Schlepptau hat, mag sich vielleicht zu allererst wundern, wie er den Weg alleine nach Hause noch schaffen konnte. Wie man aber dann noch in der Lage war, mit dem Hund eine Runde um den Block zu gehen, wird dann jedoch für immer ein Rätsel bleiben. Spätestens am nächsten Morgen zeigt sich allerdings die echte Disziplin der Dosenöffner, Bällchenwerfer und Adventure-Scouts. Nämlich dann, wenn man sich trotz Kater und Kopfschmerzen schon wieder mit der Leine bewaffnet und hofft, die Punkte eins bis sieben heute einfach mal auszulassen!

 

 

In diesem Sinne wünschen wir euch einen erholsamen Sonntag!

 

Eure Anja und Frau Alma

 

Kommentare

Diana und Jessi
21.11.2016 14:58

Haha!  Was für ein super Beitrag!  :D ähnlich geht es bestimmt jedem Hundebesitzer mal!  Es gibt so oft Momente, da möchte ich sagen : die da??  ne. nur weil die am anderen Ende meiner Leine ist das nicht  meine. Zu Hause super lieb, bei meiner Freundin klaut sie essen vom Tisch. Wenn wir alleine laufen, ist die DAS Vorbild. sind wir in der Gruppe unterwegs, ist sie ein Rowdy :D Aber am Schlimmsten ist ihr chronischer Durchfall. Man ist gerade eingeschlafen, draußen regnet es Hundekaka und Hundi muss raus. Und bis dann DER Platz dafür gefunden ist, dauert es. Und das kommt dann fünf mal in der Nacht vor..  Manchmal möchte ich einfach keine Verantwortung übernehmen. Aber wenn man dann in die Augen dieser Pupsmaschinen guckt, kann man es ihnen doch vergeben :D

Liebe Grüße 

Anja mit Alma
24.11.2016 11:41

Dieses Gruppenphänomen kenne ich auch sehr gut, Alma verliert dann oft ihre Ohren 😅 Woher kommt denn der Durchfall😞? 

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