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Zu Beginn dieses Artikels klopfe ich dreimal auf Holz und hoffe, dass dieses Thema für jeden rein hypothetisch bleiben wird, aber ansprechen möchte ich es trotzdem, denn die Frage bleibt: Was passiert mit meinem Hund, wenn mir etwas zustößt?

Unfälle, Krankheiten oder gar Tod – das Leben kann einfach so unberechenbar und so unvorhersehbar sein. Meine Eltern erzählten mir am Wochenende über ihre Patientenverfügung und ich dachte sofort, dass ich dieses Thema längst auch schon in Angriff nehmen sollte, schließlich ist das Alter keine Garantie für ein gesundes und langes Leben. Neben der Patientenverfügung gibt es allerdings noch einen weiteren grundlegenden Punkt, den ich bedenken muss und das ist natürlich Frau Alma. Insgeheim weiß ich, dass meine Eltern sich Alma annehmen würden, wenn mir etwas passiert, sie haben sie einfach wahnsinnig lieb, können sowohl zeitlich als auch finanziell für sie sorgen. Alma kennt meine Eltern unglaublich gut (vor allem ihre Schwäche für große braune Hundeaugen) und freut sich jedes Mal überschwänglich, wenn sie zu Besuch kommen. Ich weiß, dass Alma bei Ihnen glücklich sein würde!

Dennoch gibt es im Vorfeld einige Sachen zu bedenken und zu regeln, denn im Falle eines Todes oder schweren Unfalles etc. können wir so unseren nächsten Angehörigen oder Freunden helfen, den Überblick zu behalten. Ich habe deshalb eine kleine Checkliste zusammengestellt, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ihr könnt sie entsprechend eurer individuellen Lebenssituation beliebig erweitern oder gar reduzieren:

 

1.     Wer erbt eigentlich meinen Hund?

Mit einem Testament oder einem Vermächtnis könnt ihr bestimmen, wer euren Hund erbt bzw. wem ihr euren Hund vermacht. Beide Varianten sollten jedoch entweder beim Amtsgericht oder bei einem Notar hinterlegt werden. Ein Vermächtnis ist im Gegensatz zum Testament eine einzelne Zuwendung, die damit nicht mehr Bestandteil der Erbmasse ist. Daher gehört der Vermächtnisnehmer nicht zur Erbgemeinschaft und teilt deshalb auch nicht ihre Pflichten, so würden z.B. meine Eltern die Vermächtnisnehmer sein, ohne jedoch meine Studienkredits-Schulden, Möbel etc. zu erben. Im Zuge eures Vermächtnisses könnt ihr ferner einen Geldbetrag der für die Versorgung eure Haustieres festlegen. Bei der Formulierung eines Vermächtnisses ist darauf zu achten, dass ihr das Vermächtnis als solches deutlich kenntlich macht. Verwendet also Formulierungen wie „Ich vermache meinen Hund meinen Eltern.“ oder „Meine Eltern bekommen meinen Hund.“ und nicht etwas „Ich vererbe meinen Eltern meinen Hund.“ Ohne ein Testament entscheidet die gesetzliche Erbfolge, wem das Haustier zugesprochen wird. Und noch eins: Ihr könnt euren Hund selbst nicht als Erben einsetzen, damit wird das Testament nach heutiger Rechtslage ungültig.

 

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2.      Ein Gespräch mit eurer Vertrauensperson

Meistens weiß man sofort, wer den geliebten Hund im schlimmsten Fall übernimmt. Dennoch ist es ratsam, sich die Zeit zu nehmen, um gemeinsam über dieses Thema zu sprechen und die Fragen zu klären, ob sich die Person eures Vertrauens auch zu 100 % ein Leben mit EUREM Hund vorstellen kann, ob sie genügend Zeit hat und auch, ob sie finanziell in der Lage ist , einen Hund zu versorgen. Letzten Endes können auch hohe Tierarztkosten auf einen Hundebesitzer zu kommen (Ja ja, Frau Alma und ich können ein Lied davon singen!). Zusammen kann dann überlegt werden, welche Möglichkeiten es gibt, damit das Zauseltier auch in Zukunft abgesichert ist!

 

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3.     Ihr kennt euren Hund am besten

Wenn ich nicht mehr in der Lage sein sollte, Alma zu versorgen, möchte ich, dass meine Eltern sofort wissen, welche Medikamente Alma benötigt und welche medizinische Versorgung notwendig ist! Ist euer Hund vielleicht Diabetiker oder braucht spezielle Herzmedikamente oder leidet er an einer Allergie oder unter epileptischen Anfällen? Es empfiehlt sich daher, eine Übersicht für den Notfall zu erstellen, auf der auch der behandelnde Tierarzt vermerkt ist. Zudem kann es hilfreich sein, eure Vertrauensperson über Besonderheiten eures Hunde zu informieren, z.B. über bestimmte Ängste, Inkontinenz, Probleme beim Alleinbleiben etc. Je mehr eure Vertrauensperson schon im Vorfeld über euren Herzensbrecher weiß, desto besser kann sie sich auf ihn und die neue Situation einstellen!

 

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4.     Im Notfall

Es gibt Situationen, in denen wir plötzlich und unvermittelt auf Hilfe von außen angewiesen sind wie z.B. Unfälle, Krankenhausaufenthalte etc. Spontane Absprachen können in diesen Situationen meistens nicht mehr getroffen werden. Es ist daher ratsam, auch für solche Fälle Vorkehrungen zu treffen. So haben meine Eltern beispielsweise einen Schlüssel für meine Wohnung, damit Alma abgeholt und versorgt werden kann. Besonders toll fand ich zudem die Idee der sogenannten Notfallkarten, auf denen vermerkt ist, dass ihr Tierbesitzer seid und im Notfall die von euch angegebene Person benachrichtigt werden kann.

 

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Ich hoffe, dass jeder von euch mindestens eine Person kennt, auf die ihr und euer Hund in jeder Situation zählen könnt! Fasst euch ans Herz und sprecht dieses einfach nur doofe Thema an, denn auch darin besteht die Verantwortung für unsere Hunde!

 

Am Ende klopfe ich jetzt noch einmal dreimal auf Holz, hoffe, dass der Ikeatisch für fünf Euro so viel Geklopfe an einem Tag übersteht und wünsche euch eine gesunde und glückliche Woche mit euren besseren Hälften!

 

Eure Anja und Frau Alma

 

 

 

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