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Geschafft – nach fast sieben Jahren sind wir bereit, euch die Ergebnisse unser Feld-, Wald- und Wiesenstudie zu präsentieren! Wir werden damit die Hundeszene rund um den Globus erschüttern, kurzum – es wird nichts mehr so sein wie früher! Ab heute wird die Zeit nur noch in vor und nach der Veröffentlichung unserer Ergebnisse gemessen!

Wir wollen euch daher auch nicht länger auf die Folter spannen und hiermit feierlich verkünden, dass wir es geschafft haben, die Spezies der Hundebesitzer und Rudelführer grundlegend zu erforschen. Es gibt kein Exemplar mehr, das nicht durch unseren Bestimmungsschlüssel eindeutig identifiziert werden kann! Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, ob Frauchen oder Herrchen, ob alt oder jung, der Hundebesitzer-Bestimmungsschlüssel gibt Antworten auf längst überfällige Fragen!

 

 

 

Der Hippie

 

Um euch mit den verschiedenen Spezies der Hundebesitzer vertraut zu machen, starten wir mit einem ganz einfachen und eindeutigen Beispiel – dem sogenannten Hippie der Hundewelt! Optisch ist er schnell und ohne jeden Zweifel leicht zu bestimmen, achtet einfach auf seine Kleidung! Sie besteht meistens aus Jute oder Leinen in naturnahen Tönen oder, ganz extravagant, in psychedelischen Farbverläufen! Die Hosen sind weit geschnitten und durch ihre Form ein Traum aus Tausendundeine Nacht! In der Regel könnt ihr einen Hippie bei entsprechender Witterung bereits an seinem Fußabdruck erkennen, da er kein Freund von festem Schuhwerk ist. Die Haare trägt der Hippie meist in Form eines Nestes, das auch schon mal mit bunten Bändern verziert sein kann. Aber jetzt zum Hund des gemeinen Hippies: An der Seite der Spezies sieht man meistens Mischlinge in gestromter Optik, gemütliche Exemplare, die durchaus kontaktfreudig sein können. Ach ja, an dieser Stelle sei erwähnt, dass ein Hippie seinen Hund meistens nicht an der Leine führt (ihr wisst ja Freiheit, Naturverbundenheit etc.). Stattdessen hat der Hippie stets ein Seil oder einen Strick dabei, den er im Fall des Falles als Leine einsetzen kann oder aber dazu benutzt, sich an den nächsten Baum zu zurren, um für die Rechte der Pflanzen zu demonstrieren! In den Augen eines Hippies sollen Hunde frei sein, soziale Kontakte pflegen und sich so gegenseitig zu sozialisieren, auch wenn das nicht immer im gegenseitigen Einverständnis erfolgt. Unser Tipp: Bleibt ruhig und entspannt. Wenn ihr keinen Hundekontakt möchtet, dann schlagt einen Bogen, hektische Haken oder versucht es mit einem Mantra in Sanskrit!

 

 

Die Tussi

 

Wie ich diese Spezies liebe! Auch hier habt ihr den Vorteil, dass ihr die Tussi leicht an ihrem Phänotyp identifizieren könnt: Kleidung und Accessoires in allen erdenklichen Pinktönen und kiloweise Strass und Glitzer, damit fühlt sich die gemeine Tussi am wohlsten! Für eine Tussi sind diese gewissen Extras überlebenswichtig. Damit meine ich nicht nur Accessoires für den täglichen Bedarf wie Schmuck, Haarspangen, Taschen etc., sondern vor allem das hündische Equipment, welches idealerweise mit den Farben von Kleidung und Schuhwerk optimal abgestimmt ist und im Normallfall ebenso glitzert und funkelt wie die Tussi selbst. Seid auf der Hut vor den Hunden einer Tussi – meist ist da irgendwo am Ende einer Flexileine (!) eine optische Mischung aus Kaninchen und Ratte oder aber ein Chihuahua, Mops typischrweise jedoch eine französische Bulldogge. Eine Tussi richtet sich nämlich auch nach den modischen Trends in Sachen Hunderassen. Meistens sind die Hunde dieser Spezies mit Vorsicht zu genießen, schließlich hat Napoleon auch den Einmarsch in Russland gewagt. Es gibt bei den Tussis zwei Unterkategorien: Kategorie 1: „Dem Hund darf ja nichts passieren, ich nehme ihn lieber gleich auf meine starken Arme“ oder Kategorie 2: „Ich kann leider immer noch nicht einschätzen, wie weit fünf Meter Flexi-Roll-Leine reichen.“

Vorsicht ist gerade bei Kategorie zwei angesagt, wenn ihr Unfälle und Blutbäder vermeiden wollt! Unsere Prognose: Wer auf Wiesen und im Wald unterwegs ist, wird wohl nur selten eine Tussi zu Gesicht bekommen, ansonsten besinnt euch auf eure fundamentalen Fähigkeiten, die euch durch die Wimmelbücher schon in frühester Kindheit vermittelt wurden und versucht den Hund einer Tussi als erster zu entdecken!

 

 

Der Profi

 

Schon etwas schwieriger ist der Profi unter den Hundebesitzern zu erkennen. Ein Tipp zu Beginn: Achtet auf das Material, was er mit sich führt! Ein Profi vertraut meistens nur auf spezielle Geschirre, Leinen, Futtertaschen etc. Er verhält sich zu den Eigenmarken großer Futterketten wie Knoblauch zu Vampiren! Bei der Bestimmung eines Profis müsst ihr euch für die äußeren Umstände sensibilisieren: Es regnet? ­– Der Profi trägt Gummistiefel! Das Gelände ist unwegsam? – Der Profi hat alpine Wanderschuhe an, mit denen er den Mount Everest einbeinig besteigen könnte! Der Hund ist außer Reichweite (Natürlich geplant!)? – Der Profi macht gebraucht von einer ACME-Pfeife mit individualisierter Frequenz und pfeift Beethovens Neunte! Den echten Profi erkennt ihr zudem daran, dass er nicht einfach einen normalen, asphaltierten Weg entlangschlendert, sondern die Herausforderung sucht! Gelingt es euch also einen Profi zu beobachten (Was manche Exemplare durchaus zur Höchstform beflügelt), so erlebt ihr ein Feuerwerk aus Dummyarbeit, Fährtensuche und Mantrailing. Zur Entspannung greift der Profi auf ein paar Übungen aus dem gesamten Bereich des Grundgehorsams zurück. Den Profi begleiten meistens besonders kluge und exotische Rassen, die den sportlichen und intellektuellen Anforderungen, die an sie gestellt werden, auch gerecht werden können.

Erst die direkte Begegnung mit einem Profi bestätigt entweder euren ersten Eindruck, dass es sich hier tatsächlich um einen echten Profi handelt oder aber ihr seid in die Falle eines Scheinprofis getappt. Die Hunde eines Scheinprofis sind wohl gedanklich noch immer mit der Theorie des Lernstoffes beschäftigt, eine praktische Umsetzung fällt ihnen deshalb noch recht schwer!

Unser Tipp daher: Beim Scheinprofi souverän vorbeigehen, laut den Satz brubbeln „Siehste Bello, die können das doch auch nicht!“ und dann möglichst schnellen Schrittes das Weite suchen, um Nahkampferfahrungen zu vermeiden! Beim echten Profi entweder mit dem Hund gemeinsam im Entenlauf vorbeigehen, was ihn erst einmal außer Gefecht setzen wird oder sich taub stellen, um gut gemeinte Ratschlägen zur Erziehung und Ernährung schon im Keim zu ersticken! (Bei einer großen Population an Profis in der Nähe des eigenen Baus empfiehlt es sich, ein ärztliches Attest in DIN A3 Format über das persönliche Handicap mitzuführen und bei Bedarf hochzuhalten.)

 

 

Der Sportler

 

Merke: Man hört den Sportler schon, bevor man ihn überhaupt sieht! Zugegeben, durch die ultratechnologischen Dämpfungssyteme der neuesten und innovativsten Sportschuhgeneration wird dies auch in Zukunft immer schwieriger werden, aber noch habt ihr die Chance! So schnell sich ein Sportler einem peripheren Objekt auch nähert, so schnell ist er meistens auch wieder weg – Glück gehabt! Die Hunde eines Sportlers sind meist ebenso lauffreudig und werden überwiegend an einer Sportleine geführt, schließlich gibt ja der Sportler das Tempo vor! Die Gefahr des Zusammenstoßes ist damit als sehr gering einzustufen. Aber Achtung: Vom Weiten kann man den Sportler auf Grund der markanten Farbgebung seiner Bekleidung leicht mit einer Leuchtstoffrakete verwechseln, dann heißt es Ruhe bewahren, Deckung suchen und wenn die Zeit noch reicht, ein kleines Erdloch ausheben! Ach ja, Sportler trifft man so ziemlich bei jedem Wetterchen und auch im Wald! Verschwindet ein Sportler für kurze Zeit im Dickicht, solltet ihr in diesem Fall entweder eure Hunde an die Leine nehmen oder hilfsbereit sein und eine Tüte anbieten!

 

 

Omas und Opas

 

Wald- und Wiesengänger können jetzt aufatmen oder diesen Absatz einfach überspringen (dann wären sie jedoch bereits fast am Ende angelangt), denn Omas und Opas trifft man meistens nur in sehr urbanen Gegenden. Der Vorteil: Man hat meistens genügend Zeit zu reagieren, der Nachteil, es kann sein, dass sie euch auf Anhieb nicht gleich akustisch verstehen und die Lage falsch einschätzen! Favorisierte Rassen der älteren Generation: Yorkis, Pudels oder Westis. Was viele dieser Hunde gemeinsam haben? – Sie wurden im falschen, viel zu kleinen Körper geboren und verdammt, sie wissen es auch! Auch sehr beliebt bei Omas und Opas ist die Frage nach der sexuellen Orientierung des Hundes. Möchte man Kontakte vermeiden, sollte man daher unbedingt das Gegenteilige vom gewünschten Geschlecht angeben! Und Vorsicht: Omas und Opas mögen Flexileinen und brauchen zum Erreichen der maximalen Rückholgeschwindigkeit Vorsprung! Der Expertenrat: Sind die eigenen Hunde souverän und verträglich, steht einem Date nichts im Wege, sollte dies allerdings nicht der Fall sein, einfach die Geschwindigkeit erhöhen!

 

 

Die (ganz) Schlauen

 

Es scheint fast so, als hätte sich aus den echten Profis und den Scheinprofis eine weitere Spezies entwickelt, gleich einer Evolution wie bei Jurassic Park, nur mit viel gigantischerem Ausmaß: die Besitzer von Border Collies und Australian Shepherds. Im optischen Erscheinungsbild sehr heterogen, vereint sie die Liebe zu diesen Rassen. Demnach ist hier nicht nur der Kennerblick für Herrchen und Frauchen gefragt, sondern auch endlich mal etwas Rasseverstand! Besitzer dieser Hunde sind vor allem eines: stolz auf ihre Hunde und sehr empathisch für die Signale ihrer vierbeinigen Begleitung! Nicht umsonst haben sie sich ja schließlich für ein solch hochsensiblen Hund entschieden. Anders als bei den Profis verlagert sich der Beschäftigungsschwerpunkt aber eher auf Tricks und anspruchsvolle Hobbys – pardon – Passionen. Also nicht wundern, wenn Herrchen oder Frauchen nicht nur mit dem Hund spazieren gehen, sondern auch gleich eine ganze Schafherde für das Hütetraining mit auf die Hundewiese nehmen, sicher ist sicher! Es gibt ja schließlich nichts Schlimmeres, als unausgelastete Hunde! Besitzer von Mischlingen (außer von Mischlingen der beiden genannten Rassen) müssen jetzt ganz stark sein, denn auch wenn der eigene Hund das Alphabet rückwärts morsen kann, wird er den Horizont der ganz Schlauen höchsten im Traum, auf einem Einhorn sitzend, erreichen. Hundebegegnungen sind jedoch unproblematisch, da diese Hunde oft nur Augen für Herrchen, Frauchen, Bälle oder ihre Schafe haben. Deshalb unser Tipp: Darauf achten, dass der eigene Hund kein Schaf mitnimmt (ob als nächste Stufe des naturnahen Barfens oder aber als Zeitvertreib für Daheim) und einfach weiterziehen, im Idealfall wird das Weitergehen durch klingonische Knacklaute oder Morsezeichen mit dem Hund kommuniziert!

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Bestimmen, vielleicht ist das ja eure Aufgabe für die beginnende Woche?

 

Eure Anja und Frau Alma

 

Kommentare

Beate und das Terriergeschwader, angeführt von Curly Sue!
24.12.2016 00:38

Habe soeben ALLES über die Diva Alma und ihren Dosenöffner gelesen. Einfach köstlich. Fand mich in fast jedem zweiten Satz selbst wieder. 

 

Liebe Anja: Klasse Seite/super Hundeblog! 

 

Ich orientiere mivh mich übrigens an César Millan. 

Roveena
27.12.2016 12:23

Wir haben ja das Glück, dass wir in einer Straße mit meinem Bruder, seiner Familie und deren 2 Hunden wohnen. Die drei kennen es also bei jeder Feier und im Alltag zusammen zu sein. Wir haben zum Glück keine weiteren Anfahrten oder Übernachtungen zu machen. 

Das habe ich mit Aaron nur einmal an Sylvester probiert und bin schnell zu dem Schluss gekommen. Aaron geht klar vor und so verbringe ich Sylvester daheim bzw. drüben bei meinem Bruder. Super Lösung und der Hund ist entspannt. 

Der Hundesenior meine Bruders braucht auch keine Veränderungen mit machen. Als sie eine Woche in den Urlaub fahren wollten, habe ich die Hunde einfach genommen. Unserer Meinung nach war die gewohnte Umgebung mit bekannten Menschen und Rituatlen besser als die eine Woche Urlaub in der fremde + langer Anfahrt.

Für uns sind so Feiertage, Feiern und Urlaub immer ein Ding, dass in der Familie abgestimmt wird und unsere drei sind immer versorgt.

viele Grüße

Sandra und Aaron

Mutti
10.01.2017 09:20

Ihr 2 Lieben in Halle,

auch ich bin öfter auf deiner Seite Anja und hoffe und wünsche dir und Alma natürlich für das neue Jahr etwas mehr Ruhe und Abstand von dem ganzen medizinischen Rummel aus dem vorigen Jahr. In der großen Hoffnung das es 2017 ein schönes Jahr für Euch wird und wir uns an Alma noch lange erfreuen können. Ich bin glücklich über jede Minute die ich mit ihr verbringen darf und deshalb steht für mich das Wittenberge Wochenende hoch im Kurs.

 

Alle guten Wünsche für Euch

 

 

 

 

nett zu lesen
15.01.2017 09:30

aber würde mich interessieren, zu welcher Spezies Du selbst gehörst :-)

Zucker&Zimt Design
18.01.2017 08:43

Hallo ihr Zwei!

Ein toller, ehrlicher Artikel! Ich gehe auch stark auf die 30 zu, bin ledig und mit allem anderen gerade beschäftigt als dem "klassischem Verlauf" zu folgen. Mittlerweile habe ich 2 Hunde und 3 Katzen und das sorgt schon öfters für den ein oder anderen sorgenvollen Blick in der Familie ;) 

Es ärgert mich schon manchmal, dass die Liebe zu meinen Tieren im Vergleich zu dem eines Kindes heruntergesetzt wird. Nur weil sie salopp gesagt nicht aus mir heraus gehüpft sind, liebe und sorge ich mich um sie nicht weniger.

Ich sehe meine Tiere auch nicht als Kinderersatz, sie sind meine Famile und kein Ersatz! Da kann ich dir nur zustimmen! 

 

LG Christina 

campogeno.wordpress.com
08.03.2017 21:28

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