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Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ob ihr eher einen Komplementär- oder einen Resonanzhund an eurer Seite habt? Zugegeben, im ersten Moment klingt das ganze vielleicht ein wenig schräg und weit hergeholt, aber im Grund genommen ist diese Einteilung gut nachvollziehbar. Komplementärhunde ergänzen quasi mit ihren Wesensmerkmalen Herrchen oder Frauchen. Für eher ruhigere Menschen wäre ein wahres Energiebündel an Hund wahrscheinlich ebenso komplementär wie ein ausgeglichener und gelassenerer Zeitgenosse für einen aufgedrehten und ruhelosen Menschen. Anders herum sind sich Resonanzhunde und ihre Bezugspersonen häufig in ihrem Temperament sehr ähnlich. Spannend wird die Theorie vor allem beim Einsatz in der Praxis, nämlich genau dann, wenn man sich als Hund-Mensch-Team findet z.B. bei der Auswahl eines Welpen oder Tierheimhundes. Danach ist nicht nur die Entscheidung für eine Rasse oder einen Mix ausschlaggebend, sondern eben auch das Gemüt und Temperament des Hundes.

Wenn man sich vorher bewusst wird, ob man eher mit einem Komplementär- oder Resonanzhund zusammenleben möchte, kann das beide Seiten vor Enttäuschungen schützen und in vielen Fällen zu einer zufriedeneren Beziehung zwischen Mensch und Hund beitragen.

Ich gebe es zu, ich bin eher ein ruhiger Mensch. Ich liebe die Stille Zuhause und habe Angst vor Chaos. Auf Spaziergängen mag ich es, auch mal meinen eigenen Gedanken nachzuhängen, was nicht bedeutet, dass ich nicht gerne und oft mit Alma interagiere. Ich könnte zudem schlecht mit Hunden zusammenleben, die sehr laut und polterich sind. Als ich damals Alma entdeckte, war ich mir diesen Sachen gar nicht so bewusst, schließlich war es mein erster Hund, ich habe mir über viele Dinge einfach keine Gedanken gemacht und bin in die Situation hineingewachsen. Das hat auch viele Vorteil, gar keine Frage! Unabhängig von Almas damaligen Baustellen, ist sie jedoch der Typ von Hund, mit dem ich zusammenleben möchte – mein Resonanzhund!

Was uns verbindet? Wir sind beide relativ eigenständig und lieben es, einfach mal nur bei uns zu sein. Alma geht z.B. gerne ihren Leidenschaften wie der Spurensuche und Eichhörnchenortung nach. Wir mögen es Zuhause sehr gerne ruhig und geordnet, was sich u.a. dadurch bemerkbar macht, dass Alma oft auf ein gemeinsames Zubettgehen besteht. Wir lieben es gemeinsam zu rangeln und haben uns spieltechnisch absolut gefunden. Sowohl Alma als auch ich haben so unsere Prinzipien, von denen wir ungern abweichen. Ich wage zu behaupten (so ganz 100% lässt sich das ja Gott sei Dank nicht voraussagen), dass ich heute abermals einen Resonanzhund suchen würde. Ein extrovertierter Ball- und Hüte-Junkie würde vielleicht bei mir nicht den Menschen finden, den er braucht!

Ohne dass wir uns dieser Sache so sehr bewusst sind, beeinflusst uns wahrscheinlich diese Kategorisierung stärker als gedacht und führt uns gezielt in die eine oder aber in die andere Richtung. Ein Richtig oder Falsch gibt es dabei jedoch nicht und wie so immer gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern zum Glück ganze viele Dinge dazwischen!

 

Ich freue mich sehr, dass ich euch an dieser Stelle drei weitere Menschen vorstellen kann, die ihre bessere Hälfte, resonant oder komplementär, gefunden haben!

 

 

Nein, es sind keine Spitze, sondern zwei ungarische Mudis! Renate lebt mit ihren beiden Energiebündeln Onko und Igaz seit 6 bzw. 2 Jahren zusammen. Langweilig wird es bei ihnen nie, denn die drei steppen wie die Bären! Und es scheint, als wenn sich Renate und ihre Jungs nicht nur in puncto Sportlichkeit und Unternehmungslust sehr ähnlich sind:

 

„Ich wollte immer agile Hunde, die keine Couchpotatoes sind. Aber: Das hätte ich mit jedem anderen gesunden Hund auch haben können. Ich denke auch, dass ich mit so gut wie jedem anderen (Komplementär-)Hund, der mir "untergekommen" wäre, hätte glücklichsein können. Vielleicht wär das dann ein Resonanzhund geworden oder ich ein Komplementärmensch?
Meine "ausgesuchten" Hunde sind laut, reaktionsschnell und treffen Entscheidungen, die nicht immer in meinem Sinne sind. Da muss ich eben schneller bzw. vorausschauender sein und mit Langsamkeit gegenhalten. Ich meine, gerade weil sie so aufgeregte Gemüter haben, lieben sie Ruhe und Struktur - genau wie ich - also sind es wohl eher Resonanzhunde.“

 

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Linda und Karlo sind in meinen Augen ein geniales Team! Ich muss aber auch zugeben, dass ich Karlo tatsächlich verfallen bin und ihn sehr lieb gewonnen habe (Und nein, es liegt nicht nur daran, dass er optisch wie eine kleine, braune Version von Alma um die Ecke kommt!). Na, was denkt ihr – ticken die beiden gleich oder haben sich hier die Gegensätze angezogen?

 

„Ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, ob Karlo neben mir als Resonanz- oder Komplementärhund geht. Umso interessanter war es, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, denn dabei habe ich unsere Beziehung von einer ganz anderen Seite betrachten müssen. Ich bin nach vielem Hin und Her zu dem Schluss gekommen, dass mit Karlo ein Resonanzhund Einzug in mein Leben gehalten hat. Wir neigen beide zum massiven Chaos, natürlich bekommt uns das aber nicht gut und ich muss es in Maßen halten. Im Umgang mit Artgenossen sind wir beide auch herrlich polterich, im ersten Moment dann aber eigentlich doch große Sensibelchen, wenn uns jemand zu nahe kommt. Auch sind wir – wenn wir es schaffen, uns aus der Kuscheldecke zu schälen – wirklich aktiv und gerne in Bewegung. Auch wenn das recht idyllisch klingt, ist es manchmal anstrengend, schließlich würde ich auch nicht mit mir selbst zusammenwohnen wollen. Aber eine trüffelsuchende Schlummerrolle an meiner Seite? Niemals, dann doch lieber ein Hund, der auf jeden Baumstamm hüpft und dafür manchmal etwas Nerven kostet.“

 

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Optisch unterscheidet sich das nächste Gespann mit australischen und deutschen Wurzeln schon mal sehr. Aber es kommt ja bekanntlich nicht nur auf die Größe an. Angela stellt uns ihre Hunde Phoebe und Tequila vor. Phoebe ist ein Australian Cattle Dog. An ihrer Erziehung war nicht nur Angela, sondern auch die Rottweilerdame Tequila beteiligt. Es bleibt also spannend, wer hier das letzte Wörtchen zu sagen hat!

 

„Komplementär- oder Resonanzhund ­ eine interessante Frage. Die Frage ist wahrscheinlich, wonach wir uns unseren Hund aussuchen. Mein erster Hund war ein Rottweiler. Warum ausgerechnet ein Rottweiler? Nun, weil sie alles war, was ich nicht war. Ich war mir dessen damals nicht bewusst, aber so habe ich mir meinen Komplementärhund ausgesucht. Sie war stark, selbstbewusst, mutig, stolz und stur wie tausend Rinder. Es hat nichts damit zu tun, ob man sich ähnlich ist oder aber komplett verschieden um eine feste Bindung auszubauen. Meinen zweiten Hund habe ich mir danach ausgesucht, ob er zum Ersten passt. 2010 zog dann Phoebe ein, ein Austalian Cattle Dog. Ich wollte nie einen Kläffer haben und wer die Cattle Dogs kennt, der lacht jetzt sicher, denn genau das hab ich bekommen. Manchmal ist das, was wir wollen, nicht das, was wir brauchen. Ich habe unglaublich viel durch sie gelernt. Eine Freundin sagte einmal als sie Phoebe beschreiben sollte: „Sie ist ganz genau wie ihr Frauchen“. Ja wir sind uns verdammt ähnlich und sie ist mein Resonanzhund. Wir sind beide klein, laut, leicht überdreht und folgen oft kopflos unseren Emotionen. Geduld ist uns ein absolutes Fremdwort und wir brauchen beide etwas Zeit, um uns an fremde Menschen zu gewöhnen. Es ist schön, wenn man sich ähnlich ist – keine Frage – ,aber es ist nicht nur gut. Ich merke oft, dass wir dazu neigen, uns gegenseitig nervös zu machen und uns mit unserer Unruhe gegenseitig negativ beeinflussen. Uns fehlt halt beiden die Nervenstärke eines Rottweilers, unserer Rottweilers Tequila. Sie war durch ihre Gegensätzlichkeit unser Leuchtturm. Ich denke, dass ich zu Phoebe eine ganz besondere Verbindung habe. Vielleicht, weil wir aus einem Holz geschnitzt sind, aber geliebt habe jeden meiner Hunde, den Liebe hat nichts mit Gleich- oder Anderssein zu tun. Wo die Liebe hinfällt da bleibt sie liegen.“

 

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Besser als Angela kann ich es gar nicht formulieren – denn egal ob der eigene Hund im gleichen Takt lebt oder aber uns dazu bringt, öfter einmal die eigene Gangart zu wechseln, es hat nichts damit zu tun, dass man zusammen glücklicher oder unglücklicher ist! Wichtig ist einfach, sich aufeinander einzustellen und um das Temperament des anderen zu wissen.  

Und in diesem Sinne

 

Vive la différence!

 

Eure Anja und Frau Alma

 

 

 

 

 

Kommentare

Heidi
07.01.2017 19:54

In welchem Verbund man lebt, mit Kind, Mann, Frau, Hund, Katze, Meerschweinchen oder Sittich, geht niemanden etwas an. Auch nicht, wie man mit Kind, Mann, Frau, Hund, Katze, Meerschweinchen oder Sittich umgeht, so lange niemand davon Schaden nimmt. Es gibt tausend Möglichkeiten, mit einem Hund zusammen zu leben. Einmal ist es ein Hofhund, der eine Funktion hat, einmal ein Familienhund, der einfach so mitläuft, einmal Teil eines Rudels, einmal der beste Buddy einer Einzelperson. All diese Hunde können ein schönes Leben haben und all diese Hundehalter auch. Es steht niemandem zu, darüber zu urteilen. 

Am fragwürdigsten sind deshalb Kommentare von Männern, die scheinbar die natürliche Ordnung gefährdet sehen, wenn ihre herausragende Rolle als Verbreiter genetischer Feuerwerke nicht als das Wichtigste der Welt angesehen werden.

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