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Von zwei Ereignissen, die mich tief in mein Alma-Adventure-Planungs-Herz trafen, musste ich heute schonungslos aus der Zeitung erfahren:

1. Es ist der letzte offizielle Sommertag.

und

2. Die Freibadsaison für Hunde hat vielerorts eröffnet.

Der Schock saß tief! Ich betrachte diesen Sommer als einen weiteren gescheiterten Versuch, Alma ein zeitweiliges Leben im Wasser schmackhaft zu machen - und das ganz wortwörtlich, denn selbst im kühlen Nass, in mitten von anderen Wasserratten, rieche ich nach Fleischwurst!

Alma und Wasser, dass verhält sich in etwa so wie Workout und Ben & Jerry’s – es passt einfach nicht zusammen.

Es fängt bei leichtem Nieselregen an und endet am Meer. Für Alma ist Wasser einfach nur eklig und überflüssig! Sobald sie bemerkt, dass Regentropfen auf das Fensterbrett fallen, braucht man gar nicht erst den Versuch wagen, ihr das Geschirr anzulegen - problemlos würde sie die Nacht ohne eine letzte Runde vor dem Zubettgehen überstehen. Hat man es doch geschafft und sie rausgezerrt, offenbart sich ihr jeder kleine Strauch als Ort der Zuflucht. Passanten werfen mir vorwurfsvolle Blicke zu und ich lebe seither in der Angst, Besuch vom Tierschutz zu bekommen. Ich habe Alma extra für diese Bewährungsproben einen Regenmantel gekauft, leider ohne Kapuze! Hätte ich aber wirklich dran denken können – wozu denn ein Mantel, wenn der Kopf trotzdem nass wird?

Szenenwechsel: Diesmal ist der Tatort der heimische Garten. Sobald Frau Alma auch nur erahnt, dass irgendjemand im Begriff ist, eine Gießkanne, geschweige denn den Gartenschlauch in die Hand zu nehmen, verschanzt sie sich in der Laube, unter dem Gartentisch oder bevorzugt in den Tiefen der Koniferen – und so schnell bekommt man sie da dann auch nicht mehr hervor.

Ein „sehr kompetenter“ Hundetrainer (ich brauche in diesem Artikel wohl nicht erwähnen, dass jetzt die Ironie angeschalten ist), hat mir ganz am Anfang unseres Zusammenlebens, gemeint sind natürlich Frau Alma und ich, versichert, dass der Hund mit in den See kommt, wenn erst einmal ein zartes Band der Bindung zwischen uns gewachsen ist. Ich frage mich bis heute, wie das ein Reh innerhalb von Minuten schafft, was mir bis heute scheinbar nicht gelungen ist. Das Band zwischen Alma und dem Reh ist so stark gewesen, dass sie in einem Moment von Unachtsamkeit meinerseits, mit dem Reh durch die Saale durchgebrannte.

Bei unseren stadtbekannten Nutrias hat Alma anfangs auch ihre Wasserphobie über Bord geworfen. Als sie jedoch mitbekam, dass die Dinger einfach wegtauchen, wenn sie sich belästigt fühlen (ich wähle an dieser Stelle bewusst das Wort „belästigt“ statt „bedroht“ - ihr seid herzlich eingeladen euch davon zu überzeugen), haben auch die possierlichen Nager ihren Reiz verloren. Jedenfalls macht sie sich für Nutrias nicht mehr den Pelz nass.

Ich beneide regelmäßig andere Hundebesitzer, die unbeschwert mit ihren Lieblingen baden, Bälle in das Wasser werfen und so für Beschäftigung und Abkühlung an warmen Sommertagen sorgen. Alma und ich sitzen dann nicht selten am Ufer und schlecken ein Eis. Das wird wohl irgendwann auch dafür sorgen, dass ich im Bikini gar nicht mehr den Versuch wagen werde, mit Alma ins Wasser zu gehen.

Letztes Jahr habe ich eine Wasserflucht simuliert: Ich tat einfach so, als wenn ich zum anderen Ufer schwimmen wollte. Sollte Frau Alma doch allein zurückbleiben, dachte ich mir. Wenn sie sieht, dass ich am gegenüberliegenden Ufer aus dem Wasser steige und dann verschwinde, würde das vielleicht ihren Ehrgeiz wecken, mir zu folgen! Mein perfider Plan hatte einen großen Haken: Ich habe meine Sachen am Ufer zurückgelassen. So konnte Alma mühelos meinen Plan durchschauen und nahm mein Hin- und Her-Geschwimme noch nicht einmal ansatzweise ernst! Wenn ich manchmal in der Saale meine Bahnen ziehe, dann trottelt Frau Alma gemütlich am Ufer neben mir her, fast so, als wäre sie eine besorgte Schwimmlehrerin!

In der Tat hat Frau Almas Benehmen etwas von einer Dame im gehobenen Alter, die in einem sündhaft teuren Badeanzug, mit einer Puck-die-Stuben-Sonnenbrille und einem Cocktail in der Hand, den Blick auf den azurblauen Pool des Luxusresorts genießt! Aber wehe du machst ihr die Haare nass! Na gut, Frau Alma geht ja wenigstens bis zum Knöchel freiwillig ins Wasser.

Ob ich es im nächsten Jahr noch einmal versuche? Natürlich! Ich werde meine Taktik erneut ändern! In meiner Amazon-Wunschliste ist bereits der Hasenbikini vermerkt. Ich werde mir Öhrchen aus Plüsch aufsetzen, ich werde lustige Geräusche machen und wie in jedem Jahr werde ich betörend nach Würstchen duften. Die Blicke der anderen Badegäste werde ich gekonnt ignorieren und mich dafür ganz auf meine Kernkompetenzen konzentrieren – ich sage nur, im Wasser ist man schwerelos!

 

 

Es grüßt euch die Wassernixe

 

Anja

Kommentare

Nicole
24.07.2017 15:32

Liebe Anja,

mein Wauzi musste letztes Jahr ins CT und zur Liquorpunktion, da er trotz gesunder Augen schlecht sieht. Nachdem im CT eine auffällige Region im Gehirn festgestellt worden ist, wurde gleich im Anschluss die Liquorpunktion durchgeführt, um dem Hund eine zweite Narkose zu ersparen. Es wurde festgestellt, dass mein Hund im Welpenalter entweder ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Entzündung im erlitten hat. Als Folge dessen sind Gehirnzellen im Sehzentrum zugrunde gegangen, was man an einer Nervenwasseransammlung an dieser Stelle erkennen kann. Das tote Nevengewebe kann im Alter eine Epilepsie  verursachen.

Die Untersuchung wurde in der Tierklinik Posthausen (Niedersachsen) von einer tierärztlichen Neurologin durchgeführt. Bei den Voruntersuchungen und während der Narkoseeinleitung durfte ich beim Hund bleiben. Ich habe mich mit dem Hund dort gut aufgenoben gefühlt.

Beste Grüße von Nicole

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